News: Ajax Amsterdam, Almuth Schult, Bryne FK
Ajax Amsterdam steht kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft. Dabei war vor einem Jahr noch der Notstand ausgerufen. Grund für den Aufschwung: ein 35-jähriger, studierter Philosoph aus Italien. Das und mehr in den News des Tages.

Ajax schlägt PSV
Am Sonntag gewann Ajax Amsterdam das Spitzenspiel bei der PSV Eindhoven verdient mit 2:0. Sieben Spieltage vor Ablauf der Saison steht Ajax damit nach wie vor auf dem ersten Platz der Eredivisie – und das mit einem Vorsprung von neun Punkten. „Es muss schon sehr verrückt zugehen“, sagte selbst PSV-Trainer Peter Bosz, „wenn Ajax das noch aus der Hand gibt.“ Dass der Rekordmeister dermaßen davongezogen ist, überrascht auf den ersten Blick aber doch. Immerhin ist es nur etwas mehr als ein Jahr her, dass Ajax noch auf dem letzten Rang der Tabelle stand – in einer Saison, die am Ende die schlechteste seit über 20 Jahren werden sollte. Besonders bemerkenswert: Der Kader, der aktuell auf den Titel zusteuert, unterscheidet sich kaum von jenem in der letzten Saison. Der entscheidende Faktor ist ein anderer. Er sitzt auf der Trainerbank, ist 35 Jahre alt, gut frisiert und hört auf den Namen Francesco Farioli.
Farioli hat einen schrägen Karriereweg hinter sich. Als ehemaliger Philosophie-Student war er zunächst Torwarttrainer in einem katarischen Nachwuchsleistungszentrum und später Co-Trainer unter Roberto de Zerbi in Sassuolo. Über die Türkei führte ihn sein Weg nach Nizza, von wo er im Sommer für über eine Million Euro als Cheftrainer nach Amsterdam wechselte. „Ich bin mir bewusst, dass es eine Menge Arbeit zu tun gibt“, hatte der 35-Jährige zu seinem Amtsantritt gesagt. „Wir wollen keine Zeit verlieren, um Ajax wieder dahin zu bringen, wo es hingehört.“ Nicht mal ein Jahr später hat er seinen vollmundigen Worten Taten folgen lassen. Einer der Gründe dafür ist die stabilisierte Defensive (klar, Farioli ist Italiener). Nur 20 Gegentore hat Ajax kassiert, 28 weniger als zum selben Zeitpunkt in der Vorsaison. Ein anderer Grund für den Aufschwung: Farioli hat es geschafft, das Team trotz ausbleibender Neuzugänge völlig anders einzustellen. „Das Miteinander war der Schlüssel, so wie es schon die ganze Saison der Schlüssel war. Wir machen es gemeinsam“, sagte Farioli am Sonntag nach dem Sieg über Eindhoven. Gute Voraussetzungen, um in sieben Wochen den Titel zu feiern.
Wie sich Ajax neu erfand:
Voetbal rationaal (CLUB)
Almuth Schult beendet Karriere
Deutschland, das war schon immer ein Land der großen Torhüter – und der großen Torhüterinnen. Das spürte auch Almuth Schult, als sie im Sommer 2015 von Bundestrainerin Silvia Neid zur Stammkeeperin gemacht wurde und damit das übergroße Erbe von Nadine Angerer beim DFB antreten musste. Eine große Aufgabe – der sie gewachsen war: Almuth Schult wurde zur Welttorhüterin, spielte beim VfL Wolfsburg jahrelang um die ganz großen Titel und gewann 2016 olympisches Gold in Rio. Nachdem sie zuletzt bei Kansas City Current in den USA spielte, verkündete Schult gestern das Ende ihrer Profikarriere. „Sie war und ist eine unserer starken Persönlichkeiten mit Strahlkraft, die auch Mutmacherin für viele andere Frauen ist“, sagte DFB-Sportdirektorin Nia Künzer. Schult, der nach der Geburt von Zwillingen im Jahr 2020 ein Comeback in den Leistungssport gelungen war, setzt sich seit Jahren für Geschlechtergerechtigkeit, Diversität und Mutterschutz im Fußball ein. Im Oktober erwartet sie ihr viertes Kind. Wir sagen: Mach’s gut, Almuth! Und verneigen uns vor einer großen Torwartin.
Eier, wir brauchen Eier!
Bis Ostern sind es noch ein paar Tage, die ersten Eier gab's am Wochenende aber trotzdem schon. Und zwar für Jan de Boer, der beim norwegischen Erstligisten Bryne FK (dem Ex-Klub von Erling Haaland) das Tor hütet. De Boer wurde am Sonntag trotz einer 0:1-Niederlage gegen Bodø/Glimt zum Spieler des Spiels gekürt. Wofür es jedoch keine Trophäe gab, sondern vier Paletten frische Eier. Und immerhin: Angesichts der aktuellen Eier-Knappheit in den USA dürften die ja auch nicht ganz wertlos sein.
Steigt der HSV auf?
Gestern hatten wir an dieser Stelle nach einem Stimmungsbild gefragt. Gelingt dem HSV in dieser Saison endlich der Wiederaufstieg ins deutsche Oberhaus? Das Ergebnis: 57% sind der Meinung, dass der HSV in der nächsten Saison wieder in der ersten Liga spielen wird, 43% glauben, sie vermasseln es erneut. Wie das Ergebnis einzuordnen ist? Übernehmen Sie, Jörg Schönenborn.
Rätsel des Tages
Sieht aus wie das Markenlogo unseres neuen Lieblingsbiers. Ist aber ein Mischmasch aus vier Vereinswappen. Kommt ihr drauf? Schreibt eure Lösung wie gewohnt an newsletter@11freunde.de. Der gestern dargestellte Karriereweg gehörte übrigens zu Martin Jol.
Was steht heute an?
Kein Aprilscherz: Arminia Bielefeld steht im Halbfinale des DFB-Pokals und trifft heute Abend auf den Deutschen Meister aus Leverkusen. Ein Alternativprogramm braucht es da eigentlich nicht, aber pro forma sei trotzdem auf die Premier League hingewiesen: Arsenal spielt gegen Fulham, Nottingham gegen Manchester United.
Habt einen schönen Tag!