Soft-Bounces

Nicht jede fehlgeschlagene Zustellung ist gleich ein Drama. Manche E-Mails kommen einfach nur zum falschen Zeitpunkt – oder treffen auf ein überfülltes Postfach. Die...

Apr 3, 2025 - 11:44
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Soft-Bounces

Nicht jede fehlgeschlagene Zustellung ist gleich ein Drama. Manche E-Mails kommen einfach nur zum falschen Zeitpunkt – oder treffen auf ein überfülltes Postfach. Die Folge: ein Soft Bounce. Klingt harmlos, ist es meistens auch. Aber nur, solange Sie wissen, wie Sie damit umgehen. Denn auch Soft-Bounces haben Konsequenzen – vor allem, wenn sie gehäuft auftreten.

Was ist ein Soft Bounce – und was steckt dahinter?

Ein Soft Bounce bezeichnet einen vorübergehenden Zustellfehler. Das heißt: Ihre E-Mail erreicht den Empfänger (noch) nicht, wurde aber nicht dauerhaft abgelehnt. Der Mailserver sagt im Grunde: „Gerade unpassend – bitte später noch mal versuchen.“

Typische Ursachen für einen Soft Bounce:

  • Das Postfach des Empfängers ist voll
  • Der Mailserver ist temporär nicht erreichbar
  • Die Nachricht ist zu groß (z. B. durch Anhänge oder HTML-Inhalte)
  • Der Spamfilter blockiert die E-Mail vorübergehend
  • Es gibt Probleme mit der E-Mail-Infrastruktur des Empfängers

Anders als beim Hard Bounce heißt das: Es besteht Hoffnung. Ihre Nachricht könnte beim nächsten Zustellversuch doch noch ankommen – wenn Sie den Fehler im Griff haben.

„Kommt später vielleicht.“
Soft-Bounces sind die Unentschlossenen im Posteingang – heute kein Empfang, morgen vielleicht schon.
„Kommt später vielleicht.“
Soft-Bounces sind die Unentschlossenen im Posteingang – heute kein Empfang, morgen vielleicht schon.

Warum Soft-Bounces trotzdem nicht ignoriert werden sollten

Auch wenn sie sich harmloser anhören – Soft Bounces können sich summieren. Wenn dieselbe Adresse mehrfach nicht erreicht wird, stufen viele Tools sie irgendwann als dauerhaft unzustellbar ein. Damit rutscht ein Soft Bounce in die Hard-Bounce-Zone – mit allen negativen Konsequenzen für Ihre Absenderreputation.

Zudem sind Soft Bounces oft ein Frühwarnsystem: Ein vollgelaufenes Postfach kann auf einen inaktiven Kontakt hindeuten. Ein blockierender Spamfilter zeigt, dass Ihr E-Mail-Setup vielleicht nicht optimal konfiguriert ist. Kurzum: Wer Soft Bounces analysiert, findet oft Stellschrauben zur Verbesserung.

Was Sie bei Soft-Bounces konkret tun können

Gute E-Mail-Marketing-Plattformen erkennen Soft Bounces automatisch und vermerken sie im Versandreport. Dort sehen Sie, wie oft eine Adresse betroffen war – und ob sie sich wieder erholt hat. Je nach Tool lassen sich Schwellenwerte definieren: Etwa, dass eine Adresse nach drei Soft Bounces automatisch pausiert wird.

Folgende Maßnahmen sind sinnvoll:

  1. Monitoring aktivieren: Behalten Sie Ihre Bounce-Statistik im Auge – Soft Bounces sollten unter 1–2 % bleiben.
  2. Mailgröße prüfen: Besonders HTML-lastige Mails oder große Anhänge können die Zustellung behindern. Weniger ist oft mehr.
  3. SPF, DKIM und DMARC sauber einrichten: Ihre technischen Authentifizierungen müssen stimmen, sonst blockieren Spamfilter Ihre E-Mails.
  4. Empfängerlisten segmentieren: Senden Sie nicht an inaktive Kontakte, sondern reaktivieren Sie gezielt.
  5. Zeitlich optimieren: Versenden Sie Ihre Mails zu Tageszeiten, an denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass Postfächer aktiv überwacht werden – das erhöht die Chancen, dass Ihre E-Mail beim ersten Versuch durchkommt.

Soft Bounce ≠ Hard Bounce: Der Unterschied entscheidet

Zur Wiederholung: Ein Soft Bounce bedeutet „später vielleicht“, ein Hard Bounce bedeutet „nie mehr“. Während Soft Bounces oft temporäre technische Ursachen haben, ist der Hard Bounce ein Todesurteil für die Adresse.

Allerdings können auch Soft Bounces zur Gefahr werden, wenn sie regelmäßig auftreten. Deshalb sollte Ihr Tool nicht nur zwischen den Typen unterscheiden, sondern auch die Wiederholungen zählen.

Soft-Bounces als Diagnosewerkzeug nutzen

Wenn bestimmte Empfängergruppen überdurchschnittlich viele Soft Bounces erzeugen, lohnt ein Blick in die Details:

  • Sind es immer dieselben Domains (z. B. Gmail, GMX)?
  • Haben bestimmte E-Mail-Typen (z. B. mit vielen Bildern) höhere Bounce-Raten?
  • Werden Ihre Mails zu bestimmten Uhrzeiten häufiger abgewiesen?

Diese Fragen helfen Ihnen, Ihr E-Mail-Setup gezielt zu verbessern. Soft Bounces sind also nicht nur Fehlermeldungen, sondern Signale mit Mehrwert – wenn Sie sie ernst nehmen.

Fazit: Besser reagieren als resignieren

Soft-Bounces sind kein Weltuntergang. Aber sie sind auch kein Freifahrtschein. Wer sie ignoriert, verliert mittelfristig Kontakte, Reputation und Zustellbarkeit. Wer sie versteht und darauf reagiert, macht sein E-Mail-Marketing robuster – und zeigt, dass hinter der Technik jemand mit Weitblick sitzt.