Small Caps Europa: Kleine Aktien vor Comeback – jetzt auf Fonds und ETFs setzen
Europas Nebenwerte gelten als das Stiefkind der Börse. Lange Zeit dominierten sie die Renditecharts, dann wurden sie von den Großen abgehängt. Doch jetzt gibt es starke Signale für ein Comeback. Denn wer sich mit den Mechanismen des Marktes auskennt, weiß: Die besten Gelegenheiten entstehen oft dort, wo andere nicht hinschauen. Gerade jetzt könnte sich ein […] Der Beitrag Small Caps Europa: Kleine Aktien vor Comeback – jetzt auf Fonds und ETFs setzen erschien zuerst auf ftd.de.


Europas Small Caps vor dem Comeback – warum Nebenwerte jetzt wieder spannend sind. (Foto: freepik, eakrin)
Europas Nebenwerte gelten als das Stiefkind der Börse. Lange Zeit dominierten sie die Renditecharts, dann wurden sie von den Großen abgehängt. Doch jetzt gibt es starke Signale für ein Comeback. Denn wer sich mit den Mechanismen des Marktes auskennt, weiß: Die besten Gelegenheiten entstehen oft dort, wo andere nicht hinschauen. Gerade jetzt könnte sich ein Blick auf die besten Fonds für europäische Nebenwerte lohnen.
Der Reiz des Vernachlässigten: Warum Small Caps jetzt interessant sind
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während der Euro Stoxx 50 seit Herbst 2022 um satte 60 Prozent zulegen konnte, kamen die 100 kleinsten Werte im Euro Stoxx Small nur auf die Hälfte. Seit 2023 tritt das Segment sogar auf der Stelle. Ein unhaltbarer Zustand? Viele Investoren glauben ja. Denn mit fallenden Zinsen steigen die Chancen, dass Small Caps wieder durchstarten. „Die Geschichte zeigt, dass Small Caps besser abschneiden, wenn die Zinsen sinken“, analysiert der britische Vermögensverwalter Abrdn.
Dafür gibt es gute Gründe. Kleine Unternehmen sind oft hochverschuldet. Wenn die Finanzierung günstiger wird, steigt die Profitabilität. Zudem sind Small Caps flexibler. Sie können sich schneller an neue Trends anpassen als behäbige Großkonzerne.
Doch nicht nur die makroökonomischen Rahmenbedingungen sprechen für ein Comeback der Nebenwerte. Auch auf fundamentaler Ebene sind viele Small Caps schlicht zu günstig. Der MSCI Europe Small Cap Index notiert aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,5 – ein historisch niedriger Wert, wenn man bedenkt, dass der langjährige Durchschnitt knapp 20 beträgt. „Die Bewertung ist inzwischen so attraktiv, dass wir deutliche Nachholpotenziale sehen“, sagt Olgerd Eichler, Lead-Portfolio-Manager bei Mainfirst.
Von der Last zur Chance: Wie fallende Zinsen den Spieß umdrehen
Lange litten Nebenwerte unter den Rahmenbedingungen. Die schwache Konjunktur in Europa belastete sie stärker als Blue Chips. Ihr Nachteil: weniger Kapital, weniger Diversifikation, höhere Schulden. Doch nun dreht sich der Wind.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinssenkungen bis weit ins Jahr 2025 fortsetzen wird. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos deutete sie an, dass der wichtigste Leitzins auf mindestens 1,75 bis 2,25 Prozent sinken dürfte, wovon Nebenwerte profitieren dürften.
Doch Anleger sollten selektiv vorgehen. Denn nicht alle Small Caps werden gleichermaßen profitieren. Besonders interessant sind Unternehmen aus den Sektoren Technologie, Industrie und Konsumgüter. Hier gibt es viele sogenannte Hidden Champions – mittelständische Weltmarktführer, die oft über starke Geschäftsmodelle verfügen, aber an der Börse noch unter dem Radar laufen.
Europas versteckte Champions: Diese Nebenwerte haben Potenzial
Ein Blick in die Historie zeigt: In den Jahren bis 2021 liefen Nebenwerte den Blue Chips davon. MDax und SDax schlugen den Dax um das Doppelte. Der Euro Stoxx Small outperformte den Euro Stoxx 50 um 50 Prozent. Die letzten 2 Jahre? Eine ungewöhnliche Ausnahme.
Die Hidden Champions Europas könnten jetzt das Ruder herumreißen. Nebenwerte sind oft Technologieführer in Nischenmärkten. IT und Industrie sind besonders stark vertreten. „Wir haben hier Unternehmen mit hohen Wachstumsraten und solider Profitabilität“, sagt Patrick Suck von Oddo BHF.
Allerdings ist die Welt der Small Caps extrem heterogen. Während einige Unternehmen starke Marktpositionen und stabile Bilanzen aufweisen, sind andere hoch verschuldet oder hängen stark von zyklischen Branchen ab. Anleger sollten daher gezielt investieren – am besten über aktiv gemanagte Fonds, die die besten Perlen herausfiltern.
Fonds und ETFs: Die besten Optionen für Anleger
Die Vielfalt der Small Caps macht Einzelinvestments riskant. Privatanleger sollten deshalb auf Fonds und ETFs setzen. Wer in den vergangenen 5 Jahren auf die richtigen Produkte gebaut hat, wurde reich belohnt. Hier die besten Fonds und ETFs für europäische Nebenwerte:
Die besten Fonds für europäische Nebenwerte (5-Jahres-Performance):
- Alken Small Cap Europe: plus 201 Prozent – Ein aktiver Fonds mit starkem Stockpicking-Ansatz.
- Digital Fund Stars Europe Small Cap: plus 136 Prozent – Fokussiert auf innovative Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstum.
- Trend Kairos European Opportunities: plus 127 Prozent – Konzentriert sich auf dynamische Nebenwerte mit solidem Momentum.
Die besten ETFs für europäische Nebenwerte (5-Jahres-Performance):
- SPDR MSCI Europe Small Cap Value Weighted ETF: plus 121 Prozent – Setzt auf die günstigsten Nebenwerte mit hoher Substanz.
- WisdomTree Europe Smallcap Dividend ETF: plus 102 Prozent – Konzentriert sich auf dividendenstarke Small Caps.
- SPDR MSCI Europe Small Cap ETF: plus 82 Prozent – Breite Diversifikation über das gesamte Small-Cap-Universum Europas.
(Stand aller Daten 31. März 2025, Quelle: FWW)
Fazit: Europas Small Caps sind reif für ein Comeback
Wer sich gegen die Dominanz der Blue Chips stemmen will, hat jetzt eine seltene Gelegenheit. Europas Small Caps sind historisch günstig bewertet, bieten aber gleichzeitig hohe Wachstumschancen. Und wer weiß: Vielleicht versteckt sich im Universum der Nebenwerte die nächste Novo Nordisk oder SAP. Mit den richtigen Fonds oder ETFs können Anleger gezielt profitieren – und sich die Renditen der Zukunft sichern.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
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