Archäologie: Spektakuläre Funde in Pompeji: Fresco und lebensgroße Statuen freigelegt

Immer wieder machen Forscher in der antiken Stadt Pompeji in Italien faszinierende Entdeckungen. Nun sorgen erneut zwei Ausgrabungen für Aufsehen.

Apr 2, 2025 - 15:13
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Archäologie: Spektakuläre Funde in Pompeji: Fresco und lebensgroße Statuen freigelegt

Immer wieder machen Forscher in der antiken Stadt Pompeji in Italien faszinierende Entdeckungen. Nun sorgen erneut zwei Ausgrabungen für Aufsehen.

Vor knapp 2000 Jahren versank die römische Stadt Pompeji unter Lava und Asche des Vesuvs. Der Vulkanausbruch war eine der größten aufgezeichneten Naturkatastrophen der Antike. So dramatisch der Vorfall auch gewesen sein muss, so viele Vorteile bringt er für Forscher der Neuzeit mit sich. Denn die glühenden Massen verschluckten die Stadt zwar fast vollständig, doch was ihnen nicht zum Opfer fiel, konservierten sie – bis heute. So finden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch heute noch faszinierende Teile von Pompeji bei Ausgrabung. Pompeji Statuen

Fund könnte bedeutende Frau von Pompeji zeigen

Nun sind sie bei den Ausgrabungen eines großen Grabes auf zwei fast lebensgroße Skulpturen eines Mannes und einer Frau gestoßen. Die Experten gehen davon aus, dass die Statue Ceres darstellen könnte, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. In dem Grab wurden mehrere Nischen mit hochwertigen Beigaben gefunden, die für diese These sprechen. Darunter Schmuckstücke und Accessoires, wie Ohrringe, Ringe und Armbänder, die in die Skulptur eingemeißelt sind – und insbesondere die Lunula, eine Mondsichel, die in der Mitte einer Halskette hängt.

Klar ist dies allerdings nicht, wie Gabriel Zuchtriegel, Direktor des archäologischen Parks von Pompeji, dem britischen "Guardian" erklärte: "Weil sie wirklich wie eine sehr wichtige Frau der lokalen Elite aussieht, gibt es auch die Idee, dass sie eine Priesterin der Ceres gewesen sein könnte, die Pflanzen und etwas, was eine Papyrusrolle zu sein scheint, in der Hand hält."

Da die meisten Frauen in der römischen Gesellschaft auf häusliche Aufgaben beschränkt waren, war die Stellung einer Priesterin, eine wichtige Position im öffentlichen Leben. Es war die höchste Position, die eine Frau einnehmen konnte, und verlieh ihr ähnliche Macht wie einem männlichen Priester.

Die beiden Skulpturen sollen ab dem 16. April in der Dauerausstellung zu sehen sein. 

Bankettsaal mit detaillierten Bemalungen begeistert Wissenschaftler

Bereits in der vergangenen Woche war in Pompeji ein weiterer spektakulärer Fund vermeldet worden: Im Zentrum der Stadt, fanden Archäologen einen Bankettsaal mit einem gut erhaltenen riesigen Fresko. Das Wandgemälde zeigt über drei Seiten hinweg eine Prozession mit fast lebensgroßen Figuren zu Ehren von Dionysos, des griechischen Gottes des Weines. Die vierte Seite des Saals war zu einem Garten hin offen.

Zu sehen sind Tänzerinnen, Tänzer, wilde Jäger samt Beute, Flötenspieler und viele andere Gestalten bis hin zu einer wahrscheinlich bald sterbenden Frau, die eine Fackel in der Hand hält. Das Fresko wird auf die Jahre 40 bis 30 vor Christus datiert – war beim Ausbruchs des Vesuvs also schon mehr als ein Jahrhundert alt. 

Der deutsche Leiter des Museumsparks, Gabriel Zuchtriegel, sprach von "Fresken mit einer zutiefst religiösen Bedeutung". "Aber hier waren sie dazu bestimmt, Räume für Bankette und Feste zu schmücken."

Mehr als vier Millionen Besucher pro Jahr

In der versunkenen Römerstadt nahe Neapel am Fuße des Vesuvs stoßen Archäologen immer wieder auf spektakuläre Funde. Im Jahr 79 bedeckten Asche, Schlamm und Lava nach mehreren Vulkanausbrüchen die Straßen, Villen und sonstigen Häuser. 

Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die konservierten Überreste von Tod und Verwüstung geben einen Einblick in das Leben von damals. Mit mehr als vier Millionen Besuchern pro Jahr gehört Pompeji zu Italiens beliebtesten Sehenswürdigkeiten.