Wort des Tages: Wie gefährlich ist eine Insulinresistenz?
In dieser Reihe stellen wir täglich ein Wort vor, das wir (gerade) besonders wichtig finden. Heute: Insulinresistenz.

In dieser Reihe stellen wir täglich ein Wort vor, das wir (gerade) besonders wichtig finden. Heute: Insulinresistenz.
Was bedeutet es?
Insulinresistenz bedeutet die geringere Empfindlichkeit von Körperzellen auf Insulin. Dieses Hormon wird von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet, um Zucker (Glukose) vom Blut in jede einzelne Zelle zu schleusen und so mit Energie zu versorgen. Insulin ist lebenswichtig für den Stoffwechsel, weil es den Blutzuckerspiegel reguliert.
Bei einer Insulinresistenz reagieren die Zellen weniger empfindlich auf den Botenstoff, sie nehmen kaum oder keine Glukose mehr auf, obwohl genug Insulin im Blut vorhanden ist. Um das zu kompensieren, schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus, aber ohne dass der Blutzuckerspiegel absinkt.
Was sind die Folgen?
Durch eine Insulinresistenz gelangt weniger Zucker aus dem Blut in die Körperzellen, der Zucker verbleibt also im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an. Zwar kann die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion steigern, aber auf Dauer werden die insulinproduzierenden Zellen immer erschöpfter.
Insulinresistenz ist somit die Vorstufe zu Diabetes und wird deshalb auch Prädiabetes genannt. Die zu hohen Blutzuckerwerte schädigen langfristig Blutgefäße und Nerven, es drohen schlimmstenfalls Nierenschäden, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Wie kommt es dazu?
Eine Insulinresistenz ist zwar zum Teil vererbbar – Personen mit Typ-2-Diabetes in der nahen Verwandtschaft entwickeln sie doppelt so häufig wie jene ohne familiäre Veranlagung. Der Hauptfaktor ist jedoch ein ungesunder Lebensstil: Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung mit hochverarbeitetem Zucker und Fett und das daraus resultierende Übergewicht. Chronischer Stress und Rauchen sind weitere Risikofaktoren.
Warum ist es wichtig?
Diabetes gilt als nicht mehr ganz so neue Volkskrankheit. Aktuell sind 8,9 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes erkrankt, bis 2040 wird diese Zahl voraussichtlich auf 12,3 Millionen Menschen ansteigen.
Die gute Nachricht: Wir können einer Insulinresistenz vorbeugen und sie im besten Fall sogar rückgängig machen. Ernährungsumstellung und ein aktiverer Lebensstil spielen dabei die entscheidende Rolle.
Weil sie nur sehr unspezifische Symptome aufweist, bleibt eine Insulinresistenz häufig lange unbemerkt. Vor allem, wenn die oben genannten Risikofaktoren vorliegen ist es daher wichtig, die regelmäßigen Check-ups bei der Hausärztin oder dem Hausarzt wahrzunehmen, bei dem auch der Blutzuckerspiegel überprüft wird. So lässt sich idealerweise schnell gegensteuern.