Rant: KI überall – und keiner hat gefragt

Überall muss plötzlich KI drin sein. Egal, ob im Browser, in Apps oder in Programmen, die vorher auch ohne funktioniert haben. Selbst in belanglosen Produkten wie einer Wasch- oder Kaffeemaschine wird »intelligente Technologie« eingebaut, als wäre das ein zwingendes Verkaufsargument. Alles wird »intelligent«, aber niemand hat gefragt, ob das überhaupt Sinn ergibt oder ob es […]

Apr 3, 2025 - 20:35
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Rant: KI überall – und keiner hat gefragt

No KIÜberall muss plötzlich KI drin sein. Egal, ob im Browser, in Apps oder in Programmen, die vorher auch ohne funktioniert haben. Selbst in belanglosen Produkten wie einer Wasch- oder Kaffeemaschine wird »intelligente Technologie« eingebaut, als wäre das ein zwingendes Verkaufsargument. Alles wird »intelligent«, aber niemand hat gefragt, ob das überhaupt Sinn ergibt oder ob es einfach nur unnötige Komplexität schafft.

Mein Browser schlägt mir vor, was ich schreiben soll, die Suchmaschine generiert Antworten, die oft falsch oder unvollständig sind, und jede App will mir »smarte« Empfehlungen geben, die ich nicht brauche. Früher konnte ich einfach nach Informationen suchen, heute muss ich erst durch KI-generierte Zusammenfassungen und irrelevante Vorschläge wühlen – während die eigentliche Quelle oft nicht einmal mehr sichtbar ist.

Noch schlimmer: Die Kontrolle geht verloren. Früher konnte ich selbst entscheiden, wonach ich suche, was ich schreibe, wie ich arbeite. Jetzt drängt sich überall eine KI dazwischen, filtert, »optimiert« und nimmt mir Möglichkeiten weg. Und wenn ich einfach nur meine Ruhe haben will? Pech gehabt – abschalten geht nicht mehr so einfach.

Und das Allerschlimmste? Alle tun so, als wäre das die Zukunft, als müsste das so sein. Dabei fragt niemand: Will ich das überhaupt? Die Antwort ist: Nein. Ich will keine KI, die meine Gedanken liest, meine Texte »verbessert«, meine Bilder »optimiert« oder meine Arbeitsweise »unterstützt«. Ich will einfach nur, dass mein Rechner das tut, was ICH will – und nicht irgendein »smarter« Algorithmus.

Wann immer es geht, setze ich auf Alternativen, die entweder ganz ohne KI auskommen oder bei denen sich der ganze Kram (noch) deaktivieren lässt. Ich will selbst entscheiden, welche Funktionen ich nutze, statt mich bevormunden zu lassen. Doch die Auswahl schrumpft – immer mehr Dienste springen auf den KI-Zug auf, oft ohne Option zum Abschalten. Es fühlt sich an, als müsste man ständig aktiv gegensteuern, nur um grundlegende Kontrolle über die eigene Software zu behalten.

Aber klar, das ist die »Zukunft«. Eine Zukunft, in der ich nicht mehr selbst denken muss, weil eine KI das für mich erledigt. Blöd nur, dass ich das nie gewollt habe. Dann kann ich diesen Rant wenigstens von einer KI vorlesen lassen – die mir vorher vorschlägt, ihn »freundlicher« zu formulieren.

Hinweis

Die zunehmende KI-Nutzung gefährdet den Datenschutz. Wer heute Daten preisgibt, könnte morgen den Preis für unkontrollierte Datenverarbeitung zahlen. Weiterlesen: KI der Elefant im Datenladen: Wie der Datenrausch den Datenschutz erdrückt.