Handelsstreit mit den USA: China kündigt saftige Gegenzölle für US-Waren an

Donald Trump stürzt die Welt mit seinen Zöllen in einen Handelskrieg. Manche Staaten wollen sich darauf gar nicht erst einlassen – und andere schlagen umgehend zurück.

Apr 4, 2025 - 12:56
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Handelsstreit mit den USA: China kündigt saftige Gegenzölle für US-Waren an

Donald Trump stürzt die Welt mit seinen Zöllen in einen Handelskrieg. Manche Staaten wollen sich darauf gar nicht erst einlassen – und andere schlagen umgehend zurück.

China hat Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent angekündigt. Die Zölle sollen am 10. April in Kraft treten, wie die Zollkommission des chinesischen Staatsrats mitteilte. Zudem würden Exportkontrollen für sieben Seltene Erden eingeführt, erklärte das chinesische Handelsministerium. Darunter ist demnach das bei der Magnetresonanztomografie genutzte Gadolinium sowie das in Elektrogeräten verwendete Yttrium.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, reichte China Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die massiven US-Importzölle auf chinesische Waren ein. Ob das Erfolg hat, ist allerdings fraglich: Der Streitbeilegungsmechanismus der internationalen Organisation mit Sitz in Genf ist seit Jahren blockiert.

Trump hatte am Mittwochabend neue Zölle gegen China in Höhe von 34 Prozent verhängt, sie sollen am kommenden Mittwoch in Kraft treten. Zusammen mit vorherigen Importgebühren summieren sich die seit Trumps Amtsantritt im Januar gegen China verhängten Zollaufschläge auf 54 Prozent. China ist das Land, mit dem die USA das größte Handelsdefizit haben.

Die USA wollten China bei Zöllen entgegenkommen

Die Finanzmärkte reagierten mit Kursverlusten auf diese Eskalation im Handelskrieg: Der deutsche Aktienindex Dax weitete seine Verluste aus und lag zuletzt mit rund fünf Prozent im Minus.

Die Volksrepublik liefert als Exportweltmeister so viele Waren in alle Welt wie kein anderes Land. Kein anderes Land kommt auch nur annähernd an Chinas jährlichen Warenumsatz von über 400 Milliarden Dollar mit den USA heran.

Peking hatte bereits zuvor mit Gegenmaßnahmen auf US-Importaufschläge reagiert und neue Zölle von zehn und 15 Prozent auf eine Reihe landwirtschaftlicher Produkte wie Sojabohnen und Hirse sowie Energieprodukte aus den USA verhängt.

Trump hatte China zuletzt einen Zollnachlass in Aussicht gestellt, falls die Regierung in Peking grünes Licht für den Verkauf des Kurzvideodienstes TikTok gibt. Er würde ein derartiges Geschäft in Betracht ziehen, sagte der Präsident am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Air Force One. Nach seinen Worten ist ein Verkauf von TikTok in greifbare Nähe gerückt, mehrere Investoren seien daran beteiligt.