VDA: „Das ist kein America first, das ist America alone“

Der VDA kritisiert die neuen Zölle der USA scharf. Und fordert von Deutschland und der EU entschlossene Gegenmaßnahmen. Der Beitrag VDA: „Das ist kein America first, das ist America alone“ erschien zuerst auf Elektroauto-News.net.

Apr 3, 2025 - 14:48
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VDA: „Das ist kein America first, das ist America alone“

„Die von US-Präsident Donald Trump heute angekündigten umfangreichen neuen reziproken US-Zölle gegenüber weiten Teilen der Welt, die in den nächsten Tagen schrittweise in Kraft treten sollen, markieren einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt“, kommentiert Hildegard Müller, die Präsidentin des deutschen Automobilverbands VDA, die neuen Zölle der USA. Trumps Politik stelle eine „Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung“ dar, und somit die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt. „Das ist kein America first, das ist America alone“, so Müller.

Dieser Protektionismus werde nur Verlierer produzieren. Vor allem betroffen seien Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA, bei denen sich die Auswirkungen der zusätzlichen Zölle über eine steigende Inflation sowie eine geringere Produktauswahl direkt bemerkbar machen werden, sagt Müller. Zölle dieser Art verringerten zudem den Innovationsdruck für US-Unternehmen und schwächten so mittelfristig deren internationale Wettbewerbsfähigkeit. „Die bisherige Zollpolitik des US-Präsidenten ist daher auch in weiten Teilen der US-Industrie auf deutliche Kritik gestoßen“, so die VDA-Präsidentin.

Die angekündigten Maßnahmen seien zudem eine massive Belastung und Herausforderung sowohl für die Unternehmen als auch die globalen Lieferketten der Automobilindustrie. „Die Folgen der 25 Prozent-Zölle, die ab dem 3. April mindestens auf Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und bestimmte Autoteile erhoben werden, sind noch schwer einzuschätzen. Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen“, sagt Müller.

Dabei sei gerade die deutsche Automobilindustrie mit ihren über 2000 Standorten in den USA, in denen rund 138.000 Beschäftigte arbeiten, „das beste Beispiel für eine bereits seit Jahrzehnten in den USA vorhandene und mit den US-Wertschöpfungsnetzwerken tief verwobene Produktion vor Ort“.

Die EU sei jetzt gefordert, „geschlossen und mit entsprechender Stärke aufzutreten – und gleichzeitig weiterhin die Bereitschaft zu Verhandlungen zu signalisieren. Die EU kann und muss dabei selbstbewusst agieren und alle Optionen auf den Tisch legen“, fordert die VDA-Präsidentin.

“Deutschlands und Europas Wirtschaft benötigt starke Allianzen”

Aus der aktuellen Situation lassen sich auch grundsätzlich notwendige Handlungen für die EU ableiten. Beispielsweise müsse die Geschwindigkeit und Entschlossenheit beim Abschluss von Freihandelsabkommen massiv erhöht werden, was etwa auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert. „Mit möglichst vielen Regionen in der Welt müssen hier konkrete Ergebnisse erzielt werden. Die EU muss jetzt Verfechter für den freien und fairen globalen Handel sein. Deutschlands und Europas Wirtschaft benötigt starke Allianzen und belastbare Netzwerke“, sagt Müller.

Die EU habe jetzt die Chance, sich als verlässlicher Partner zu positionieren. „Wir erwarten daher von der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten Pragmatismus bei den Verhandlungen um Freihandelsabkommen“.

Es brauche außerdem eine entsprechende Führungsrolle einer neuen deutschen Bundesregierung. Die Ankündigungen des US-Präsidenten erhöhen gleichzeitig nochmals den Druck auf die Politik in Berlin und Brüssel, alles zu tun, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wiederherzustellen. Für die Koalitionsverhandlungen bedeute dies, das umfangreiche Reformen – u.a. mit Blick auf die Energiepreise, Steuern und Abgaben und Bürokratieabbau – notwendig seien.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 03.04.2025

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