Hirnchip und KI verwandeln Gedanken von Schlaganfallpatienten nun innerhalb 1 s in Sprache

Endlich wieder sprechen! Viele Schlaganfallpatienten müssen zum Glück nur kurze Zeit auf ihre Sprache verzichten, während der Regenerationsphase kommen die Worte nach und nach zurück. Einige Menschen jedoch bleiben für immer in sich eingeschlossen, sie können zwar denken, aber die Sätze nicht mehr laut formulieren: ein beängstigender Zustand, der bald durch das Zusammenspiel zwischen Gehirnchip …

Apr 5, 2025 - 11:24
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Hirnchip und KI verwandeln Gedanken von Schlaganfallpatienten nun innerhalb 1 s in Sprache

Endlich wieder sprechen! Viele Schlaganfallpatienten müssen zum Glück nur kurze Zeit auf ihre Sprache verzichten, während der Regenerationsphase kommen die Worte nach und nach zurück. Einige Menschen jedoch bleiben für immer in sich eingeschlossen, sie können zwar denken, aber die Sätze nicht mehr laut formulieren: ein beängstigender Zustand, der bald durch das Zusammenspiel zwischen Gehirnchip und KI ein recht glückliches Ende finden kann.

Der Chip als Verbindung zur Außenwelt für Schlaganfallpatienten

Bisherige BCIs reagieren stark zeitverzögert

Natürlich wird es immer angenehmer sein, Worte mit dem eigenen Mund zu sprechen. Doch im Zustand der völligen Hilflosigkeit fühlt es sich wie eine Erlösung an, überhaupt wieder gehört zu werden. Brain-Computer-Interfaces (BCI) werden in Zukunft die technische Lösung sein, doch bislang funktionierten sie nur stark zeitverzögert und trotzdem ungenau. Nach richtigem Sprechen fühlte sich das nicht an, doch das könnte sich zeitnah ändern.

Bislang liegen die Daten nur einer Probandin vor

Das neue BCI der University of California, Berkeley gibt gedachte Sprache mit nur einer Sekunde Verzögerung, und damit fast in Echtzeit aus. Die Ergebnisse der betreffenden Studie sind im Fachjournal Nature Neuroscience veröffentlicht. Das neue Gerät verarbeitet demgemäß die Daten aus der Gehirnaktivität, schon während der Mensch denkt. Drei Probanden nehmen noch immer an der Untersuchung teilM bislang teilten die Forscher nur die vorläufige Bilanz einer Patientin mit, die nach einem Schlaganfall sprechunfähig ist. In ihrem Gehirn befindet sich ein Chip mit 253 Elektrodenkanälen oberhalb des motorischen Sprachzentrums. Das Implantat überwacht dauerhaft die Gehirnströme dieses Bereichs.

Zeitabstand von 20 Sekunden auf 1 Sekunde reduziert

Eine künstliche Intelligenz durchlief ein individuell auf die Patientin ausgerichtetes Training. Die Probandin formulierte dafür gedanklich 1.024 von den Wissenschaftlern vorgegebene Sätze, während der Chip ihre Hirnaktivität aufzeichnete. So konnte die KI den empfangenen Signalen konkrete Wörter zuordnen. Im Anschluss formulierte die Patientin in Gedanken neue Sätze, um herauszufinden, ob die KI diese richtig übersetzt. Während andere Systeme dafür 20 Sekunden brauchten, lief der Prozess diesmal innerhalb einer Sekunde ab. Die Fehlerrate liegt allerdings noch zu hoch: Bei reiner Textausgabe waren 23,9 Prozent fehlerhaft, bei Sprachausgabe sogar 45,2 Prozent. Doch befindet sich dieses Projekt noch in der Entwicklungsphase: Wir sind gespannt auf die nächsten Daten der kalifornischen Experten.

Quelle: enineering.berkeley.edu