Pre-Nahrung im Test: Mineralöl ist noch nicht ganz verschwunden

Mineralöl in Pre-Nahrung ist ein Problem, das Hersteller offenbar inzwischen besser im Griff haben – das zeigt unser Test. Ingsesamt 11 von 17 Babynahrungen sind mit "sehr gut" empfehlenswert. Einige Produkte enthalten aber immer noch die Mineralölbestandteile MOSH/MOSH-Analoge.  Im Test: 17-mal Pre-Nahrung, also Muttermilchersatzprodukte für die Allerkleinsten. Unter den Testkandidaten befinden sich auch acht Bio-Produkte.  Pre-Nahrungen sind schon ab Geburt empfohlen, wenn die Babys nicht oder nur teilweise gestillt werden. Beste Pre-Nahrung? 11 von 17 Produkten schneiden mit Bestnote ab.  Mehrfach im Test kritisieren wir gefundene Mineralölbestandteile, die sich im menschlichen Körper anreichern.  Aktualisiert am 3.4.2025 | Muttermilch lässt sich in ihrer komplexen Zusammensetzung und Wirkung für das Immunsystem des Babys nicht nachbauen. Sie verändert sich im Laufe der Stillzeit immer passgenau zu den Bedürfnissen des Babys. Stillen schützt vor Infekten und Entzündungen im Säuglingsalter sowie dauerhaft vor Allergien und Asthma. Doch nicht alle Mütter können oder möchten vollständig stillen. Dann ist Anfangsmilch lebenswichtig: Sie ist das einzige Lebensmittel, das nicht gestillte Säuglinge in den ersten Monaten vertragen. Wir haben 17 Pre-Nahrungen getestet.  Beste Pre-Nahrung? Bebivita, Beba, Hipp & Co. im Test Keins unserer Testthemen ist sensibler als dieses: Es geht schließlich um ein Produkt, das Babys, selbst Neugeborene, Tag und Nacht trinken, wenn sie nicht gestillt werden. Kein Wunder, dass Eltern da nervös werden, wenn ihre Pre-Nahrung schlecht abschneidet. Umso mehr freuen wir uns, das wir elf Pre-Babynahrungen mit "sehr gut" empfehlen können. Es gibt also eine Auswahl an Alternativen für alle, die nicht stillen können oder wollen.Mineralölrückstände in Pre-Nahrungen im Test Getrübt wird unsere Feierlaune durch ein Thema, das noch nicht alle Hersteller im Griff haben: Verunreinigungen der Produkte mit Mineralölbestandteilen. Dabei handelt es sich um eine große Gruppe von Stoffen, die man grob in zwei Hauptgruppen unterteilen kann – die gesättigten MOSH und die aromatischen MOAH. Die bedenklichere, weil teils krebserregende Gruppe, MOAH, hat das von uns beauftragte Labor in keinem der Produkte nachgewiesen – das war in früheren Tests noch anders. MOSH/MOSH-Analoge hingegen stecken in sechs Produkten in einer Höhe, die wir kritisieren. Zur Erklärung: MOSH reichern sich im menschlichen Körper an und bilden dort die wohl größte Verunreinigung – ob sie dort etwas anrichten und wenn ja was, das ist bisher noch unzureichend geklärt. Bleibt die Frage, wie Mineralölbestandteile in die Pre-Nahrungen gelangen? Solche Verunreinigungen können unter anderem dann entstehen, wenn die Rohware oder das fertige Produkt in Kontakt mit Schmierölen kommen.Fettschadstoffe kein Problem mehr in Pre-Milch Insgesamt sinken die Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen allerdings im Vergleich zu früheren Tests von Pre-Nahrungen – die Hersteller haben das Problem offenbar inzwischen besser im Griff.    Apropos im Griff: Fettschadstoffe, wie sie vor einigen Jahren noch ein richtig großes Problem waren, hat das beauftragte Labor in diesem Test nur noch in sehr geringen Spuren nachgewiesen, die wir nicht abwerten. Auch hier haben unsere vielen Tests von Säuglingsanfangsnahrung offenbar gewirkt; die Hersteller haben nachgebessert. Im Jahr 2023 haben wir Anfangsmilch 1 getestet. Sie ist wie Pre-Nahrung schon ab Geburt verträglich. Die enthaltene Stärke ist in der Regel der einzige Unterschied. Auch hier war Mineralöl ein Problem. Mehr dazu lesen Sie, wenn Sie auf folgenden Kasten klicken: Anfangsmilch 1 ist wie Pre-Nahrung schon ab Geburt verträglich. Der einzige Unterschied ist in der Regel die enthaltene Stärke. Wir haben 14 Produkte getestet. Auffällig ist, dass Mineralöl ein Problem in Säuglingsnahrung bleibt – auch wenn die Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Hersteller es nun besser im Griff haben.Werbung mit Selbstverständlichkeiten in der Kritik  Ein kleinerer Kritikpunkt im Test der Pre-Nahrungen ist eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Wirbt ein Hersteller damit, laut Gesetz keine Aromen, keine Farbstoffe und keine Konservierungsstoffe in seiner Rezeptur einzusetzen, bemängeln wird das. Denn das sind alles Zusätze, die in dieser Produktgruppe nicht einmal erlaubt wären. Wir finden: Eine solche Werbung ist gleich aus zwei Gründen ärgerlich. Einmal, und das ist vor allem für andere Hersteller blöd, kann diese Werbung suggerieren, dass genau dieses eine Produkt besser sei als andere. Zum Zweiten, und das ist besonders ärgerlich, kann sie Eltern unnötig verunsichern, obwohl es längst Gesetze gibt, die genau diese Zusätze verbieten. Wir werten das unter den Weiteren Mängeln ab. "Enthält DHA": Aufdruck ist nicht mehr erlaubt  Eine weitere Werbung mit Selbstverständlichkeiten wäre inzwischen, wenn die Hersteller damit werben, dass sie dem Produkt die wichtige Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) zusetzen.

Apr 3, 2025 - 05:50
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Pre-Nahrung im Test: Mineralöl ist noch nicht ganz verschwunden

Mineralöl in Pre-Nahrung ist ein Problem, das Hersteller offenbar inzwischen besser im Griff haben – das zeigt unser Test. Ingsesamt 11 von 17 Babynahrungen sind mit "sehr gut" empfehlenswert. Einige Produkte enthalten aber immer noch die Mineralölbestandteile MOSH/MOSH-Analoge. 

  • Im Test: 17-mal Pre-Nahrung, also Muttermilchersatzprodukte für die Allerkleinsten. Unter den Testkandidaten befinden sich auch acht Bio-Produkte. 
  • Pre-Nahrungen sind schon ab Geburt empfohlen, wenn die Babys nicht oder nur teilweise gestillt werden.
  • Beste Pre-Nahrung? 11 von 17 Produkten schneiden mit Bestnote ab. 
  • Mehrfach im Test kritisieren wir gefundene Mineralölbestandteile, die sich im menschlichen Körper anreichern. 

Aktualisiert am 3.4.2025 | Muttermilch lässt sich in ihrer komplexen Zusammensetzung und Wirkung für das Immunsystem des Babys nicht nachbauen. Sie verändert sich im Laufe der Stillzeit immer passgenau zu den Bedürfnissen des Babys. Stillen schützt vor Infekten und Entzündungen im Säuglingsalter sowie dauerhaft vor Allergien und Asthma.

Doch nicht alle Mütter können oder möchten vollständig stillen. Dann ist Anfangsmilch lebenswichtig: Sie ist das einzige Lebensmittel, das nicht gestillte Säuglinge in den ersten Monaten vertragen. Wir haben 17 Pre-Nahrungen getestet. 

Beste Pre-Nahrung? Bebivita, Beba, Hipp & Co. im Test

Keins unserer Testthemen ist sensibler als dieses: Es geht schließlich um ein Produkt, das Babys, selbst Neugeborene, Tag und Nacht trinken, wenn sie nicht gestillt werden. Kein Wunder, dass Eltern da nervös werden, wenn ihre Pre-Nahrung schlecht abschneidet.

Umso mehr freuen wir uns, das wir elf Pre-Babynahrungen mit "sehr gut" empfehlen können. Es gibt also eine Auswahl an Alternativen für alle, die nicht stillen können oder wollen.

Mineralölrückstände in Pre-Nahrungen im Test

Getrübt wird unsere Feierlaune durch ein Thema, das noch nicht alle Hersteller im Griff haben: Verunreinigungen der Produkte mit Mineralölbestandteilen. Dabei handelt es sich um eine große Gruppe von Stoffen, die man grob in zwei Hauptgruppen unterteilen kann – die gesättigten MOSH und die aromatischen MOAH.

Die bedenklichere, weil teils krebserregende Gruppe, MOAH, hat das von uns beauftragte Labor in keinem der Produkte nachgewiesen – das war in früheren Tests noch anders. MOSH/MOSH-Analoge hingegen stecken in sechs Produkten in einer Höhe, die wir kritisieren.

Zur Erklärung: MOSH reichern sich im menschlichen Körper an und bilden dort die wohl größte Verunreinigung – ob sie dort etwas anrichten und wenn ja was, das ist bisher noch unzureichend geklärt.

Bleibt die Frage, wie Mineralölbestandteile in die Pre-Nahrungen gelangen? Solche Verunreinigungen können unter anderem dann entstehen, wenn die Rohware oder das fertige Produkt in Kontakt mit Schmierölen kommen.

Fettschadstoffe kein Problem mehr in Pre-Milch

Insgesamt sinken die Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen allerdings im Vergleich zu früheren Tests von Pre-Nahrungen – die Hersteller haben das Problem offenbar inzwischen besser im Griff.   

Apropos im Griff: Fettschadstoffe, wie sie vor einigen Jahren noch ein richtig großes Problem waren, hat das beauftragte Labor in diesem Test nur noch in sehr geringen Spuren nachgewiesen, die wir nicht abwerten. Auch hier haben unsere vielen Tests von Säuglingsanfangsnahrung offenbar gewirkt; die Hersteller haben nachgebessert.

Im Jahr 2023 haben wir Anfangsmilch 1 getestet. Sie ist wie Pre-Nahrung schon ab Geburt verträglich. Die enthaltene Stärke ist in der Regel der einzige Unterschied. Auch hier war Mineralöl ein Problem. Mehr dazu lesen Sie, wenn Sie auf folgenden Kasten klicken: 

Anfangsmilch 1 ist wie Pre-Nahrung schon ab Geburt verträglich. Der einzige Unterschied ist in der Regel die enthaltene Stärke. Wir haben 14 Produkte getestet. Auffällig ist, dass Mineralöl ein Problem in Säuglingsnahrung bleibt – auch wenn die Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Hersteller es nun besser im Griff haben.

Werbung mit Selbstverständlichkeiten in der Kritik 

Ein kleinerer Kritikpunkt im Test der Pre-Nahrungen ist eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Wirbt ein Hersteller damit, laut Gesetz keine Aromen, keine Farbstoffe und keine Konservierungsstoffe in seiner Rezeptur einzusetzen, bemängeln wird das. Denn das sind alles Zusätze, die in dieser Produktgruppe nicht einmal erlaubt wären.

Wir finden: Eine solche Werbung ist gleich aus zwei Gründen ärgerlich. Einmal, und das ist vor allem für andere Hersteller blöd, kann diese Werbung suggerieren, dass genau dieses eine Produkt besser sei als andere.

Zum Zweiten, und das ist besonders ärgerlich, kann sie Eltern unnötig verunsichern, obwohl es längst Gesetze gibt, die genau diese Zusätze verbieten. Wir werten das unter den Weiteren Mängeln ab.

"Enthält DHA": Aufdruck ist nicht mehr erlaubt 

Eine weitere Werbung mit Selbstverständlichkeiten wäre inzwischen, wenn die Hersteller damit werben, dass sie dem Produkt die wichtige Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) zusetzen. Denn das ist gesetzlich vorgeschrieben – und zwar schon seit 2020.

Die Hersteller durften bis Februar 2025 noch mit dem Aufdruck "Enthält DHA" werben – das ist bei Produkten, die seit März in den Handel kommen, nicht mehr erlaubt. Entsprechend teilten die Hersteller uns auch mit, dass sie diesen Hinweis, mit dem sie zuvor alle warben, nun auch entfernen.

Der gesundheitsschädliche Stoff Estragol kann ein Problem in fenchelhaltigen Kräutertees für Babys sein. Unser Test von neun Produkten zeigt aus unserer Sicht, dass Grenzwerte dringend nötig sind. Zudem kritisieren wir entdeckte Pflanzengifte und Pestizidrückstände. Immerhin: Zwei Babytees sind "sehr gut". 

Zum Verhältnis DHA und ARA in Pre-Nahrungen im Test 

Apropos DHA. Was viele Expertinnen und Experten damals nach der Gesetzesänderung geärgert hat, war, dass nicht ein mindestens genauso hoher Zusatz der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (ARA) vorgeschrieben wurde. Denn die Vorteile des Zusatzes seien nur in Kombination belegt.

Deswegen würden wir abwerten, wenn das Verhältnis von DHA zu ARA nicht mindestens bei 1:1 liegt. Das war aber bei keinem der Produkte der Fall. Zusätzlich werten wir unter den Weiteren Mängeln ab, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher anhand der Verpackung nicht erkennen können, wie viel ARA in dem Produkt steckt.

Tipps zur Babynahrung 

  • Anfangsmilch Pre ist für das ganze erste Lebensjahr geeignet, wenn Ihr Baby gut damit zurecht kommt. Anfangsmilch 1 enthält neben Milchzucker auch Stärke, um besser zu sättigen.
  • Rühren Sie das Fläschchen nicht vorab schon für die Nacht an. Denn dann können sich Keime vermehren, mit denen der kleine Organismus noch nicht zurechtkommt.
  • Entsorgen Sie nicht getrunkene Reste von Babynahrung immer.

Diesen Test haben wir zuletzt im Jahrbuch Kinder und Familie für 2025 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Spezial Kinder und Familie 2025 sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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