Verhandlungen in Potsdam: Entscheidende Runde für Tarife im öffentlichen Dienst

Die Tarifpartner setzen sich in Potsdam an den Verhandlungstisch. Zuvor haben Schlichter einen Kompromissvorschlag für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten erarbeitet.

Apr 5, 2025 - 08:42
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Verhandlungen in Potsdam: Entscheidende Runde für Tarife im öffentlichen Dienst

Die Tarifpartner setzen sich in Potsdam an den Verhandlungstisch. Zuvor haben Schlichter einen Kompromissvorschlag für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten erarbeitet.

Arbeitgeber und Gewerkschaften gehen am Samstag in Potsdam in die entscheidende Runde im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Grundlage ist die Empfehlung der Schlichter Roland Koch (CDU) und Henning Lühr (SPD) für eine zweistufige Tariferhöhung. Die Tarifparteien beraten nun (ab 9.30 Uhr), ob sie den Vorschlag annehmen, gegebenenfalls mit Änderungen. Gibt es keine Einigung, könnten die Gewerkschaften eine Urabstimmung über unbefristete Streiks einleiten.

Flexiblere Arbeitszeiten und höhere Schichtzulagen gefordert

Es geht um mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte in wichtigen Jobs nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in Kitas oder Pflegeeinrichtungen, bei der Müllabfuhr oder an Flughäfen. Nach dem Vorschlag der Schlichter sollen die Einkommen zum 1. April 2025 um drei Prozent steigen, mindestens aber um 110 Euro im Monat. Zum 1. Mai 2026 soll es noch einmal 2,8 Prozent mehr geben. Teil des Vorschlags sind auch flexiblere Arbeitszeiten und höhere Schichtzulagen.

Die Gewerkschaften Verdi und dbb Beamtenbund hatten ursprünglich deutlich mehr gefordert. Der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände VKA und dem Bundesinnenministerium war dies zu teuer. Die Verhandlungen wurden Mitte März für gescheitert erklärt und die Schlichtung eingeleitet. Derzeit herrscht Streikpause.