Nach Tupperware-Insolvenz: Dieser Franzose will die Tupperpartys wiederbeleben
Comeback für Tupperware: Nach der Insolvenz will ein Jungunternehmer aus Frankreich die Kultmarke fortführen. Auch in Deutschland soll es wieder Tupperpartys geben.

Comeback für Tupperware: Nach der Insolvenz will ein Jungunternehmer aus Frankreich die Kultmarke fortführen. Auch in Deutschland soll es wieder Tupperpartys geben.
Was könnte besser für einen frischen Neuanfang stehen als dieses jugendliche Gesicht? Der gerade mal 31 Jahre alte Franzose Cédric Meston will der angestaubten Kultmarke Tupperware neues Leben einhauchen. Der Unternehmer und Investor aus Paris hat in dieser Woche verkündet, den französischen Tupperware-Ableger aus der Insolvenz zu holen und "ein großes Comeback in Europa" zu feiern.
Konkret plant Meston – der die Marke nicht nur mit weiteren Investoren übernehmen, sondern auch als CEO führen will – einen Relaunch in fünf europäischen Ländern. Neben Frankreich, Belgien, Italien und Polen soll Tupperware auch in Deutschland auferstehen. Bereits ab April seien die Tupperware-Produkte wieder auf dem Markt, schrieb Meston im Business-Netzwerk LinkedIn. Bis Ende des Jahres laute das Ziel, einen Umsatz von 100 Millionen Euro zu erreichen. "Es ist ein Neuanfang, ehrgeizig und auf Dauer ausgelegt." Cedric Meston
Tupperware-Umsatz stürzte hart ab
Das 1946 gegründete Plastikdosen-Imperium war im vergangenen September insolvent gegangen. Nach der Pleite des US-Mutterkonzerns meldeten auch die europäischen Tochterunternehmen Insolvenz an. Anfang 2025 wurde der Vertrieb eingestellt. Vorausgegangen war ein massiver Einbruch des Geschäfts – allein zwischen 2017 und 2022 sackte der Umsatz des Konzerns um rund eine Milliarde Dollar auf noch 1,3 Milliarden Dollar ab.
Als Gründe für die Misere nannte Tupperware billige Konkurrenzprodukte, den Internethandel und den Boom der Essenslieferdienste, der das Vorkochen und "Eintuppern" für viele Menschen erübrigte. Zudem beklagte das Unternehmen auch eine zunehmende "Anti-Plastik-Stimmung" unter Verbrauchern.
Revival der Tupperpartys?
Mit all diesen Herausforderungen wird auch das neue europäische Tupper-Gesicht Meston zu kämpfen haben. Der Neustart basiere "auf der Stärke unseres Netzwerks, der Innovation unserer Produkte und der Modernisierung unserer Vertriebskanäle", erklärte Meston auf LinkedIn.
Daneben will Meston aber auch weiter auf die berühmten "Tupperpartys" setzen. Das Konzept der privat organisierten Verkaufspartys, bei der eine selbstständige Beraterin ihren Bekannten gegen Provision Tupperware-Produkte verkauft, hatte das Unternehmen überhaupt erst zum Weltkonzern gemacht. In seiner Übernahme-Ankündigung wandte sich Meston direkt an die mehr als 20.000 Tupperware-Berater, "die wochenlang die Ungewissheit ertragen und geduldig auf diese Ankündigung gewartet haben und nun wieder da sind und bereit, loszulegen".
Emmanuel Macron ist Fan
Cédric Meston ist trotz seines jungen Alters in Frankreich kein unbekannter Unternehmer. Nach dem Berufseinstieg bei der Unternehmensberatung McKinsey gründete er 2019 ein Unternehmen für vegane Fleischersatzprodukte, das heute HappyVore heißt. 2021 zählte das französische Forbes-Magazin die Firma als führenden Anbieter pflanzlicher Fleischalternativen, die in Frankreich hergestellt werden – und Meston zu den Top-30-Unternehmern unter 30 Jahren.
Im vergangenen Jahr gab Meston die Führung des Unternehmens ab. Seitdem versteht er sich als Investor, der angeschlagene Unternehmen aufkauft und wieder voranbringt. Auf seinem LinkedIn-Profil beschreibt er sich als Serienunternehmer mit dem Motto: "Revival isn't fixing the past, it's about moving forward, stronger and smarter."
Für die erfolgreiche Wiederbelebung von Tupperware drückt Meston auch ein besonders prominenter Fan die Daumen. "So viele Franzosen und Europäer haben eine Tupperdose im Schrank … und in ihren Herzen!", postete niemand geringerer als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unter Mestons LinkedIn-Beitrag. "Herzlichen Glückwunsch zu diesem neuen Abenteuer. Möge dieser Relaunch ein Synonym für Innovation und Erfolg sein."