Der größte Denkfehler bei „Ausländerkriminalität“!
Was, wenn ich dir sage, dass einen so weit verbreiteten Denkfehler über „Ausländerkriminalität“ gibt, dass sogar die Kriminalämter in einigen Bundesländern darauf hereinfallen? Ein Denkfehler, der dazu führen könnte, dass einige Communitys mehr Tatverdächtige haben könnten, als sie überhaupt Mitglieder haben. Und der dazu führt, dass Deutsche in Österreich mehr als doppelt so kriminell sind […] The post Der größte Denkfehler bei „Ausländerkriminalität“! appeared first on Volksverpetzer.

Was, wenn ich dir sage, dass einen so weit verbreiteten Denkfehler über „Ausländerkriminalität“ gibt, dass sogar die Kriminalämter in einigen Bundesländern darauf hereinfallen? Ein Denkfehler, der dazu führen könnte, dass einige Communitys mehr Tatverdächtige haben könnten, als sie überhaupt Mitglieder haben. Und der dazu führt, dass Deutsche in Österreich mehr als doppelt so kriminell sind als die Einheimischen. So verhinderst du, dass man mit statistischen Tricks Rassismus rechtfertigt.
„Tatverdächtigenbelastungszahl“
Nicht nur Deutsche werden in der Statistik auf magische Weise viel krimineller, wenn sie das Land verlassen. Wie passiert das? Nun, du kennst sicher diesen Satz (mit nicht ganz akkuraten Zahlen): „Obwohl in Deutschland nur 15 % der Menschen keine deutschen Staatsbürger sind, sind ein Drittel der Tatverdächtigen Nicht-Deutsch! Wie kann das sein?!“ – und meistens wollen sie darauf hinaus, dass deine Herkunft oder dein Vorname dich magisch kriminell macht – und du die bösen Ausländer misstrauisch betrachten sollst, nicht dass du denkst, weil Migration unsere Sozialkassen stabilisiert, weil Migranten mehr einzahlen, als sie herauskriegen, dass es vielleicht doch ganz cool ist, wenn deine Nachbarin dir zum Ende des Ramadans geile selbstgemachte Baklava schenkt. (Danke hier an meine liebe Nachbarin!)
Also, wie funktioniert der Denkfehler? Da gibt es die sog. „Tatverdächtigenbelastungszahl“, die TVBZ. Die Zahl teilt die Zahl der Tatverdächtigen durch die Zahl der Einwohner (ab 8 Jahren). Soweit so logisch.
Das BKA gibt aber für die Nicht-Deutschen diese Zahlen NICHT heraus. Weil diese Zahl quasi … Fake wäre. Ich zeige es mal: Ich sagte ja schon, dass Deutsche in Österreich überdurchschnittlich kriminell seien. In manchen Bundesländern gar die Liste der tatverdächtigsten Nationalitäten anführen! Im ganzen Land waren sie Platz 2:

Deutsche viel Krimineller Als Österreicher?
Wenn man jetzt eine TVBZ für das Berechnen wollte: 2023 wurden 14.727 Deutsche in Österreich tatverdächtig, dabei leben 232.786 Deutsche dort. Das wären also 6,3 Prozent oder: 6326 auf 100.000, wie man es normalerweise berechnet. Jeder 16. Quasi. Dort gibt es 7,342 Millionen Einwohner mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Und 2023 waren 180.000 tatverdächtig.

Das sind nur 2,4 % oder 2451 auf 100.000. Also jeder 42. Sind Deutsche nicht integrierbar? Sind sie eine Bedrohung für den sozialen Frieden in Österreich? Liegt es an der Kultur, Religion oder den Vornamen?
Nein, weil ganz offensichtlich Deutsche, die nicht in Österreich leben, einfach über die Grenze tuckern können und dort Straftaten verüben können! Dafür können aber die in Österreich lebenden Deutschen nichts. Und werden aber trotzdem damit in Verbindung gebracht. Das BKA sagt deshalb:
„Für die nichtdeutschen Tatverdächtigen wird keine Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) berechnet, da die Bevölkerungsstatistik bestimmte Ausländergruppen, die in der PKS als nichtdeutsche Tatverdächtige gezählt werden, wie beispielsweise Personen ohne Aufenthaltserlaubnis, Touristinnen und Touristen, Durchreisende, Besucherinnen und Besucher, Grenzpendlerinnen und Grenzpendler sowie Stationierungsstreitkräfte, nicht enthält.“
Deswegen tauchen auch so viele Städte in den Top 20 der Städte und Landkreise mit der größten Kriminalität auf, die ganz nah an der Grenze sind, wie Frankfurt (Oder) (Platz 1 für 2023) oder Görlitz (Platz 14). Oder Städte mit internationalem Flughafen und viel Tourismus wie Berlin (Platz 7) oder Frankfurt am Main (Platz 6). Da kommen halt regelmäßig viele Menschen von außerhalb. Die Straftaten werden aber vor Ort verübt.

Da gibt es dann solche Fälle wie ein Pole mit zwei offenen Haftbefehlen und fehlender Aufenthaltserlaubnis:

Der zählt nicht nur in die Statistik der kriminellen Ausländer rein, der zählt sogar in die Statistik der „Zuwanderer“ ein, also der Zahl, die man für Flüchtlinge verwendet! Weil da auch diejenigen drin stecken, die „unerlaubten Aufenthalt“ begehen.
„Ausländerkriminalität“: LKA zieht Statistik zurück
Also: Wer dir vorrechnet, wie viel „krimineller“ Nicht-Deutsche vermeintlich seien, (und damit eine Anti-Migration-Haltung rechtfertigen will) fällt auf einen Statistik-Denkfehler herein. Und das passiert sogar manchen Landeskriminalämtern selbst! Brandenburg musste seine Kriminalstatistik für 2024 sogar zurückziehen und korrigieren deswegen!

In der ersten Fassung hieß es, dass 25 % der Tatverdächtigen nicht-deutsch waren, aber nur 7,5 % der Wohnbevölkerung ausmachten. Das sagte die Innenministerin selbst – um zu implizieren, wie das Verhältnis ist. Wie der Journalist Tobias Wilke aber hinwies: Sind da eben auch viele Nicht-Deutsche dabei, die eben auch nicht in Brandenburg leben.

Also sie alle diejenigen Ausländer herausgerechnet hat, die auch nicht in Brandenburg lebten, hat sich die TVBZ mehr als halbiert – Von 8.900 auf 4100

Wenn man in die PKS für 2023 guckt (die gesamte für 2024 kommt in wenigen Tagen erst heraus), sieht man auch, dass 20 % der nicht-deutschen keinen Wohnsitz in Deutschland hatten und noch mal 20 bis 30 Prozent hatten keinen festen Wohnsitz oder er war unbekannt. (Genau kann man das nicht sagen, weil das BKA das mit überschneidenden Gruppen angegeben hat, wie du sehen kannst, aber genau deshalb gibt sie ja keine TVBZ an).
Und schwups halbiert sich Pi mal Daumen die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen geschätzt, falls man eine TVBZ machen würde und man kommt ungefähr auf das Verhältnis von Einwohnern und Kriminellen von den Deutschen.
Schleswig-Holstein macht 99 % aller Georgier kriminell?!

Diesen Fehler bei „Ausländerkriminalität“ hat aber auch das LKA Schleswig-Holstein gemacht, wie der Journalist Tobias Wilke herausgearbeitet hat: Die haben teilweise sogar die Tatverdächtigen zur TVBZ für die Nicht-Deutschen in dem Bundesland eingerechnet, die wegen „unerlaubter Aufenthalt“ tatverdächtig wurden. Leute! Wer sich unerlaubt in Schleswig-Holstein befindet, kann eher schwierig Teil der gemeldeten Wohnbevölkerung sein! Das LKA behauptet deswegen sogar zum Beispiel, dass 2023 fast 99 % der dort 785 lebenden Georgier tatverdächtig gewesen sein sollten! Die armen Georgier!

Wilke macht ein witziges Beispiel: Wenn ein Mensch zum Beispiel mit Staatsbürgerschaft Monaco in Schleswig-Holstein leben würde, könnte er nie straffällig geworden sein, aber wenn zwei seiner Landsleute hier Urlaub machen würden, und dabei mal zum Beispiel schwarz fahren würden, würde das Bundesland in der PKS behaupten, 200 % aller Monegassen in ihrem Bundesland seien Tatverdächtige gewesen!
Harte Migrationspolitik erhöht das Problem Kriminalität!
Also, denkt dran: Menschen werden nicht kriminell(er), weil sie eine andere Staatsbürgerschaft kriegen. Die wichtigsten Faktoren sind Geschlecht (Männlichkeit), Alter (Junge Menschen) und Wohlstand/soziale Lage. Haben wir mehr junge Männer ohne Geld und Perspektiven, geht die Kriminalität hoch. Egal, woher sie kommen. Das Problem löst man also nicht mit Abschiebungen und härterer Einwanderungsgesetzen. Obwohl Deutschland historisch niedrige Kriminalität erlebt in den letzten Jahren, steigt seit der Pandemie (dem historischen Tiefpunkt) die Kriminalität wieder. Auch wenn 2024 die Zahl der Straftaten gesunken ist (laut Medienberichten, die Statistik ist noch nicht offiziell veröffentlicht), ist die Zahl der Gewalttaten wieder gestiegen. Die Zahlen sind aber zu erklären – aber nicht mit so einem rechten Kurzschluss, wie es derzeit Mainstream ist.
Das BKA erklärte das selbst in der letzten PKS zur Ausländerkriminalität: Wenn mehr Menschen im Land sind, selbst wenn sie proportional kein bisschen mehr tatverdächtig werden, steigt die Zahl der Straftaten, ist doch klar. Wenn einer von hundert kriminell ist, verdoppelt sich die Zahl der Kriminellen bei 200 Leuten gegenüber 100. Und weil in den letzten Jahren viele Menschen zuwandern ist ein Anstieg auch dadurch erklärt – und natürlich auch dann, dass Nicht-Deutsche einen größeren Anteil ausmachen. Es gibt auch mehr davon. Das sagen sie, nicht ich: „Denn: dadurch ist auch der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung in Deutschland insgesamt gestiegen.“ Das zeigt diese Grafik des BKA hier ganz gut.

Das ist auch wissenschaftlich untersicht: Eine neue ifo-Studie hat herausgefunden, dass mehr Ausländer nicht die Kriminalität mehr erhöhen. Fakten, die im heutigen Mainstream offenbar keinen Platz mehr haben.
Die Polizei schreibt es selbst: Je länger Mernschen hier sind, desto mehr können sie sich integrieren – besonders wenn sie aus unsicheren und stressvollen Situationen wie Aufnahmeeinrichtungen raus sind. Gebt ihnen Jobs und Wohnungen. Raus aus dem Aufnahmeeinrichtungen, nicht raus aus dem Land!

Wir schieben Arbeiter und Altenpfleger ab
Und ein weiterer Faktor ist relevant: Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, und der Anteil der jungen Menschen nimmt zu durch die Zuwanderung. Das ist auch etwas Gutes, wir haben ja das Problem mit dem demografischen Wandel, er droht, unser Rentensystem kollabieren zu lassen. Wir versuchen ja verzweifelt, unsere vielen Rentner (und Menschen, die bald in Rente gehen) auszugleichen. Da ist das gerade ein Glücksfall. Wenn man die Menschen aber nicht integriert, ihnen keine Arbeitserlaubnis gibt und ihnen droht, sie jederzeit hier aus dem Leben zu reißen, kriegen wir diese Vorteile nicht. Im Gegenteil, dann erhöhen wir die Faktoren, die zu Kriminalität führen.
Ein 26-Jähriger aus Äthiopien wurde mitten in der Ausbildung zum Altenpfleger – die wir dringend benötigen – abgeschoben. Ein anderer Fall eines Gambiers, der auch pflegen wollte. Das gilt für Dachdecker, Ein Solarmonteur aus Georgien musste ausreisen. Ein afghanischer Uni-Dozent wurde nach Ungarn abgeschoben. Oder viele Kinder, die hier zur Schule gehen. In Leipzig schob man die Kinder, die gut Deutsch sprechen und hier zur Schule gingen, ab, obwohl ihre Mutter mit Hirntumor im Krankenhaus lag. Die schieben wir ab … damit es in unserem Land „sicherer“ wird? Gleichzeitig steigt übrigens die Zahl rechtsextremer Straf- und Gewalltaten auf einen Rekord nach dem anderen.
Wenn in wenigen Tagen die offiziellen Zahlen für 2024 vorgestellt werden, werden viele Rechte versuchen, uns einzureden, dass nach Jahren der Verschärfungen die Lösung sei, noch härter mit unschuldigen Menschen umzugehen. Obwohl wir sogar die sichersten sechs Jahre überhaupt zwischen 2017 und 2022 erlebt hatten und jetzt die Gewaltkriminalität auf ein Niveau steigt, wie wir es zuletzt 2007 hatten – trotz weniger Menschen. Und erinnert sich jemand 2007 an derartige Untergangsfantasien? Ja, das ist ein Problem, keine Frage. Aber lass dich damit nicht manipulieren. Dann gebt den Menschen eine Perspektive, integriert sie und lasst sie arbeiten, das senkt die Kriminalität. Nicht kontraproduktive Migrationspolitik, die mit einem Denkfehler begründet wird.
Artikelbild: Volksverpetzer, Screenshot
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