Was bringt die Zukunft für ÖKO-TEST? Verbraucherschutz bleibt unser Auftrag
Was bringt die Zukunft? Nun, auch wir haben keine Glaskugel. Dennoch geben wir einen Ausblick, welche Schadstoffe künftig eine Rolle spielen und welche ökologischen Altlasten uns weiter beschäftigen werden. Darüber hinaus ist sicher: Wir kämpfen weiter für wissenschaftlich fundierten Verbraucherschutz.Vor 40 Jahren war ein Müsli-Test schon fast klischeehaft. Motto: Die "Müslis" testen Müsli. Wer sich damals, Mitte der 1980er-Jahre, mit Umwelt- und Menschenschutz auseinandersetzt, gilt noch als verschwurbelter Weltverbesserer. Aber auch wir bei ÖKOTEST spüren: Da tut sich was! In der breiteren Gesellschaft entwickelt sich zum ersten Mal ein Umweltbewusstsein. Weil jeder plötzlich merkt: Es geht um mich! Zehntausende leiden unter Dauerschäden durch Cadmium. Die Blei-Belastung von Menschen ist damals siebenmal höher im Vergleich zu heute. Es braucht ein Umdenken. Und eine Institution, die das mit Fakten begleitet: ÖKO-TEST. Informieren, analysieren, testen, aufklären – wir sehen es als unsere Aufgabe, den Wandel voranzutreiben. Müsli ist längst kein Nischenprodukt mehr Wie sehr ab da ein Umdenken in der Bevölkerung stattfindet, manifestiert sich auch beim Müsli. Raus aus der Öko-Ecke, rein in die Mitte der Gesellschaft. Im Grunde ist Müsli eine Metapher. Für eine gesellschaftliche Veränderung. Für neues Denken. Für das Bewusstsein, dass wir mehr auf uns achten sollten. Als Individuum und als Menschheit. Wir bei ÖKO-TEST sind dabei die Vorreiter für eine gesunde Lebensweise, für ausgewogene Ernährung. 40 Jahre ÖKO-TEST sind nicht zuletzt 40 Jahre Ernährungsgeschichte. Heute hat sich unser Land, haben sich unsere Essgewohnheiten grundlegend geändert. Wir essen bewusster. Dass wir von ÖKO-TEST dazu beigetragen haben, darauf sind wir stolz!Früchtemüsli zum Frühstück. Das klingt nach einem gesunden Start in den Tag. Unser Test von 40 Produkten zeigt allerdings, dass das nicht unbedingt der Fall ist. Notenabzüge gibt es vor allem für zu viel Zucker, Pestizide wie Glyphosat und ein Schimmelpilzgift. Statussymbole sind heute weniger materielle Dinge. Unser Statussymbol sind wir selbst. Wer fit, schlank und gesund ist, der erhält Anerkennung. Man ist, was man isst. Das veränderte Bild gilt für die Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen wie für die Hersteller. Deutschlands Müsli-Manager sind heute keine "Müslis" mehr. Sondern Anfang 30 mit nachhaltig produzierten Sneakern und professionell produzierten Instagram-Posts. Die gute Laune ist dabei nicht gespielt. Allein innerhalb von fünf Jahren hat sich der Umsatz von Frühstückscerealien und Müsli in Deutschland um fast 30 Prozent gesteigert. Prognose bis 2030: weitere rund 25 Prozent plus. Das liegt zum einen daran, dass Müsli immer mehr zum Lifestyle-Lebensmittel wird und teils horrende Preise dafür bezahlt werden. Bis zu 22,90 Euro pro Kilo kann man locker ausgeben. Zum anderen steigt der Konsum. Jeder Deutsche knuspert fast drei Kilo pro Jahr. Weil’s schmeckt und gesund ist, logisch. Aber auch, weil die Hersteller die Werbetrommel heute intensiver trommeln. "Du bist Influencer oder Blogger und möchtest deinen Followern unser kaltgepresstes Müsli vorstellen?", heißt es da etwa auf der Seite eines Herstellers. Darunter ist der Button, um ein Probierpaket anzufordern.Imagewechsel: Müsli als Superfood Und weil Influencer stets nach Superlativen lechzen, ist beim Müsli längst vom "Superfood" die Rede, vom "Granola", von "High Protein" – oder vom Müsli "aus dem aktivierten Korn". Wer will, kann sich sogar sein "personalisiertes Bio-Müsli (…) aus 566 Billiarden" Müsli-Mix-Möglichkeiten selbst zusammenstellen. Glauben wir mal, haben wir nicht nachgezählt. Firmen lassen ihr Logo aufs Müsli drucken und verteilen es als Werbegeschenk. Das alles hätte 1985 wohl auch niemand gedacht. Neben den großen Lebensmittelkonzernen drängen auch kleine Hersteller auf den lukrativen Markt. Da ist dann von "Manufakturen" die Rede, von "handgemachtem Crunchy Müsli". Und wer nicht nur sich, sondern auch den Müsli-Machern etwas Gutes tun will, bestellt bei einer sozialen Müslirösterei im schicken Online-Store. Die verspricht, Menschen zu beschäftigen, "deren Lebenslauf nicht immer so gerade lief". Essen per Mausklick ordern? Ja, auch das liken die Verbraucher. Statt im Reformhaus zu kaufen bestellen Kundinnen und Kunden ihr Müsli seit einigen Jahren verstärkt online. Aktuell sind es 3 Prozent. Ein zartes Haferpflänzchen, das bald auf über 5 Prozent wachsen soll. Der Trend ist klar: Das Kraftpaket kommt per Paket, die Instagramisierung von Essen lässt grüßen. Müsli ist seit Jahrzehnten immer ein Spiegel des Zeitgeistes. Wer in die Akten des Deutschen Marken- und Patentamtes schaut, findet dort etwa Eintragungen für ein Hunde-Müsli, Diät-Müsli, Power-Müsli und, seit einiger Zeit, portionierte Müslis im "To-Go-Becher".Wer etwas Abwechslung zur fertigen Müslimischung sucht, unter Allergien leidet oder auf Zucker verzichten will, kann Müsli auch einfach selber machen. Wir zeigen Ihnen zwei unko


Was bringt die Zukunft? Nun, auch wir haben keine Glaskugel. Dennoch geben wir einen Ausblick, welche Schadstoffe künftig eine Rolle spielen und welche ökologischen Altlasten uns weiter beschäftigen werden. Darüber hinaus ist sicher: Wir kämpfen weiter für wissenschaftlich fundierten Verbraucherschutz.
Vor 40 Jahren war ein Müsli-Test schon fast klischeehaft. Motto: Die "Müslis" testen Müsli. Wer sich damals, Mitte der 1980er-Jahre, mit Umwelt- und Menschenschutz auseinandersetzt, gilt noch als verschwurbelter Weltverbesserer. Aber auch wir bei ÖKOTEST spüren: Da tut sich was!
In der breiteren Gesellschaft entwickelt sich zum ersten Mal ein Umweltbewusstsein. Weil jeder plötzlich merkt: Es geht um mich! Zehntausende leiden unter Dauerschäden durch Cadmium. Die Blei-Belastung von Menschen ist damals siebenmal höher im Vergleich zu heute.
Es braucht ein Umdenken. Und eine Institution, die das mit Fakten begleitet: ÖKO-TEST. Informieren, analysieren, testen, aufklären – wir sehen es als unsere Aufgabe, den Wandel voranzutreiben.
Müsli ist längst kein Nischenprodukt mehr
Wie sehr ab da ein Umdenken in der Bevölkerung stattfindet, manifestiert sich auch beim Müsli. Raus aus der Öko-Ecke, rein in die Mitte der Gesellschaft. Im Grunde ist Müsli eine Metapher. Für eine gesellschaftliche Veränderung. Für neues Denken. Für das Bewusstsein, dass wir mehr auf uns achten sollten. Als Individuum und als Menschheit. Wir bei ÖKO-TEST sind dabei die Vorreiter für eine gesunde Lebensweise, für ausgewogene Ernährung.
40 Jahre ÖKO-TEST sind nicht zuletzt 40 Jahre Ernährungsgeschichte. Heute hat sich unser Land, haben sich unsere Essgewohnheiten grundlegend geändert. Wir essen bewusster. Dass wir von ÖKO-TEST dazu beigetragen haben, darauf sind wir stolz!
Früchtemüsli zum Frühstück. Das klingt nach einem gesunden Start in den Tag. Unser Test von 40 Produkten zeigt allerdings, dass das nicht unbedingt der Fall ist. Notenabzüge gibt es vor allem für zu viel Zucker, Pestizide wie Glyphosat und ein Schimmelpilzgift.
Statussymbole sind heute weniger materielle Dinge. Unser Statussymbol sind wir selbst. Wer fit, schlank und gesund ist, der erhält Anerkennung. Man ist, was man isst. Das veränderte Bild gilt für die Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen wie für die Hersteller. Deutschlands Müsli-Manager sind heute keine "Müslis" mehr. Sondern Anfang 30 mit nachhaltig produzierten Sneakern und professionell produzierten Instagram-Posts.
Die gute Laune ist dabei nicht gespielt. Allein innerhalb von fünf Jahren hat sich der Umsatz von Frühstückscerealien und Müsli in Deutschland um fast 30 Prozent gesteigert. Prognose bis 2030: weitere rund 25 Prozent plus. Das liegt zum einen daran, dass Müsli immer mehr zum Lifestyle-Lebensmittel wird und teils horrende Preise dafür bezahlt werden. Bis zu 22,90 Euro pro Kilo kann man locker ausgeben.
Zum anderen steigt der Konsum. Jeder Deutsche knuspert fast drei Kilo pro Jahr. Weil’s schmeckt und gesund ist, logisch. Aber auch, weil die Hersteller die Werbetrommel heute intensiver trommeln. "Du bist Influencer oder Blogger und möchtest deinen Followern unser kaltgepresstes Müsli vorstellen?", heißt es da etwa auf der Seite eines Herstellers. Darunter ist der Button, um ein Probierpaket anzufordern.
Imagewechsel: Müsli als Superfood
Und weil Influencer stets nach Superlativen lechzen, ist beim Müsli längst vom "Superfood" die Rede, vom "Granola", von "High Protein" – oder vom Müsli "aus dem aktivierten Korn". Wer will, kann sich sogar sein "personalisiertes Bio-Müsli (…) aus 566 Billiarden" Müsli-Mix-Möglichkeiten selbst zusammenstellen. Glauben wir mal, haben wir nicht nachgezählt. Firmen lassen ihr Logo aufs Müsli drucken und verteilen es als Werbegeschenk. Das alles hätte 1985 wohl auch niemand gedacht.
Neben den großen Lebensmittelkonzernen drängen auch kleine Hersteller auf den lukrativen Markt. Da ist dann von "Manufakturen" die Rede, von "handgemachtem Crunchy Müsli". Und wer nicht nur sich, sondern auch den Müsli-Machern etwas Gutes tun will, bestellt bei einer sozialen Müslirösterei im schicken Online-Store. Die verspricht, Menschen zu beschäftigen, "deren Lebenslauf nicht immer so gerade lief".
Essen per Mausklick ordern? Ja, auch das liken die Verbraucher. Statt im Reformhaus zu kaufen bestellen Kundinnen und Kunden ihr Müsli seit einigen Jahren verstärkt online. Aktuell sind es 3 Prozent. Ein zartes Haferpflänzchen, das bald auf über 5 Prozent wachsen soll. Der Trend ist klar: Das Kraftpaket kommt per Paket, die Instagramisierung von Essen lässt grüßen.
Müsli ist seit Jahrzehnten immer ein Spiegel des Zeitgeistes. Wer in die Akten des Deutschen Marken- und Patentamtes schaut, findet dort etwa Eintragungen für ein Hunde-Müsli, Diät-Müsli, Power-Müsli und, seit einiger Zeit, portionierte Müslis im "To-Go-Becher".
Wer etwas Abwechslung zur fertigen Müslimischung sucht, unter Allergien leidet oder auf Zucker verzichten will, kann Müsli auch einfach selber machen. Wir zeigen Ihnen zwei unkomplizierte Rezepte.
Es gibt in puncto Nachhaltigkeit noch viel zu tun
Brauchen wir also noch ÖKO-TEST, wenn es doch Influencer und Blogger gibt? Wir meinen: Auf jeden Fall!
Unser aktueller Test von Müslis zeigt, dass wir in unseren Tests immer wieder auf Inhalte stoßen, die ohne eine Laboranalyse nicht fassbar wären. Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) beispielsweise, zu denen auch krebserregende Verbindungen gehören. Ebenso Pestizide.
Im aktuellen Test fanden sich bis zu 17 Einzelsubstanzen in einem Produkt. Zwar sind die jeweiligen Mengen nicht akut gefährlich, das betonen wir immer wieder. Jedoch ist aus unserer Sicht bisher zu wenig erforscht, was diverse Pestizide im Zusammenspiel auslösen können. Wir haben also auch nach 40 Jahren längst nicht alles erreicht in Sachen Verbraucherschutz. Wir sind auf dem Weg, aber der ist noch lang.
Im aktuellen Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums heißt es, dass 97 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer Wert auf gesunde Ernährung legen. Fast 40 Prozent kaufen inzwischen öfter vegetarische oder vegane Alternativen. 88 Prozent befürworten den Ausbau des Ökolandbaus.
Und die Realität? Die gute Nachricht: Der Bio-Anteil beim Schweinefleisch hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Die schlechte: von 0,4 auf 0,8 Prozent. Mit anderen Worten: Wunsch und Wirklichkeit klaffen da noch auseinander.
Zwar ist der Pro-Kopf-Fleischkonsum in Deutschland seit Mitte der 80er zurückgegangen – von 65 im Jahr 1985 auf heute rund 50 Kilogramm pro Jahr. Gleichzeitig hat sich der weltweite Fleischkonsum innerhalb von 20 Jahren verdoppelt. 2050 werden wir knapp zehn Milliarden Menschen auf der Erde sein. Der Bedarf an tierischem Protein dürfte sich bis dahin verdoppeln. Gleichzeitig müssen wir zusehen, dass wir die Erde mit unserer Anwesenheit nicht überfordern. Eine Mammutaufgabe, die wir nicht lokal lösen können. Sondern nur als globale Gesellschaft.
Immerhin, mehr und mehr Unternehmen erkennen heute ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt. Das Thema Nachhaltigkeit ist für große Unternehmen inzwischen verpflichtender Bestandteil ihrer Geschäftsberichte. Und wird von Investoren genauso beurteilt wie Umsatz und Gewinn.
Bevor junge Menschen heute einen neuen Job antreten, fragen sie nicht nur nach Arbeitszeiten und Gehalt. Sondern oft auch danach, wie nachhaltig ein Unternehmen handelt. Und weil das so ist, ändert sich auch die Denkweise von Unternehmen. Wenn schon nicht aus Überzeugung, dann zumindest, um gute Fachkräfte zu finden.
Wir haben es also selbst in der Hand. Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir ebenso Einfluss nehmen wie als Verbraucherinnen und Verbraucher. Dass wir als ÖKO-TEST dazu beigetragen haben, darauf sind wir stolz. Und wissen zugleich, dass es noch viel zu tun gibt.
Viele Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Duftstoffe in Kosmetika. Für sie ist es eine gute Nachricht, dass die Hersteller zukünftig noch mehr potenzielle Duftstoff-Allergene auf ihren Verpackungen deklarieren müssen. Aber: Die Liste der Duftstoffe, die nicht deklariert werden müssen, bleibt lang.
Kosmetikprodukte rücken mehr in den Fokus
Heute können wir beispielsweise viel schneller erkennen, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden. Fairtrade- und Bio-Siegel helfen uns dabei genauso wie das Tierwohl-Label. Dennoch gibt es gerade hier aus unserer Sicht noch einiges zu tun. So betrachtet das Label zwar Stallgröße oder Auslauf. Doch wie steht es um die Gesundheit der Tiere?
Auch andere Bereiche stellen wir in den Fokus: Kosmetik etwa. Eine neue Deklarationspflicht sorgt zukünftig dafür, dass wir Verbraucherinnen und Verbraucher leichter erkennen, ob ein Produkt Bestandteile enthält, die Allergien auslösen können. Zwar gibt es auch jetzt schon eine Liste mit Inhaltsstoffen auf den Packungen von Cremes und Co. Aber die meisten Duftstoffe werden dabei nur oberflächlich angegeben, etwa als "Parfüm".
Das wird sich ändern: Zukünftig müssen die Hersteller 80 allergene Duftstoffe auf den Verpackungen gesondert ausweisen. Bislang waren es lediglich 24. Eine gute Nachricht für jene 4 Prozent der Europäerinnen und Europäer, die unter einer Duftstoffallergie leiden. So wie wir in den vergangenen vier Jahrzehnten geholfen haben, die Zutatenliste von Lebensmitteln zu verstehen, werden wir das daher zukünftig auch mit den Inhaltsstoffen von Kosmetika verstärkt tun.
ÖKO-TEST berichtet über neue Schadstoff-Entwicklungen
Hinzu kommen immer wieder neue Forschungsergebnisse, die wir in unseren Heften und in unserem Online-Portal aufgreifen. Das aktuelle Verbot in Frankreich von sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS, Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) in Kosmetik und Kleidung beispielsweise.
Grenzwertänderungen bei Bisphenolen oder die Neueinstufung des Minerals Talkum. So gilt letzteres, seit Jahrzehnten Bestandteil von Babypuder, seit Kurzem als "wahrscheinlich krebserregend". Auch wenn kein Asbest zugesetzt ist. Unsere Expertinnen und Experten helfen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse einzuordnen und zu beurteilen.
Ganz zu schweigen von den "Altlasten", die uns schon lange beschäftigen. Auch da werden wir von ÖKO-TEST dranbleiben. Etwa beim Thema Glyphosat. Es ist eines der am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel. Und obwohl das Pestizid Lebensräume für Insekten und Vögel zerstört und mutmaßlich krebserregend ist, ist der Einsatz nach wie vor erlaubt. Weil sich manchmal selbst Behörden nicht einig sind: Bereits 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" eingeordnet.
Während die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine solche Risiken sieht. Die Folge: In Deutschland ist Glyphosat nicht vollständig verboten, unterliegt seit dem 1. Juli 2024 lediglich Beschränkungen bei der Anwendung. Die generelle Zulassung wurde zugleich um zehn Jahre verlängert.
Was für ein Eiertanz! Wir Menschen nehmen Glyphosat übrigens unter anderem auf, womit wir wieder beim Müsli wären, wenn wir Hafer- und Weizenprodukte essen. Darum setzen wir uns auch in Zukunft für ein generelles Verbot dieses Pestizids ein.
Umwelt und Menschen sind massiv mit PFAS belastet. Die sogenannten Ewigkeitschemikalien stecken in unzähligen Alltagsprodukten wie Outdoorkleidung oder beschichteten Pfannen – und lassen sich auch in Lebensmitteln und Trinkwasser nachweisen. Jetzt gibt es einen Vorschlag, die Stoffgruppe EU-weit zu verbieten.
Welche anderen Schadstoffe uns in Zukunft beschäftigen werden
Ebenso werden wir Lebensmittel weiterhin auf gefährliche Schimmelpilzgifte untersuchen. Weil wir auch da längst nicht am Ziel sind. Bei Hafer und Haferprodukten etwa plant die Europäische Kommission weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung mit sogenannten T-2- und HT-2-Toxinen. Dazu gehört eine kontinuierliche Überwachung der Kontamination und regelmäßige Berichterstattung durch die Mitgliedstaaten.
Und das eingangs erwähnte Blei? Bleileitungen werden beispielsweise ab 2026 verboten – und der zulässige Grenzwert für Blei im Trinkwasser ab 2028 auf 0,005 mg/l abgesenkt. Zum Vergleich: Ende der 1990er-Jahre war noch die achtfache Menge erlaubt.
Und wir werden uns zukünftig thematisch noch breiter aufstellen. Uns etwa verstärkt um medizinische Themen kümmern, um so den Menschen noch ganzheitlicher zu betrachten.
Wir kämpfen weiter
Auch das Thema Verpackungen wollen wir weiter begleiten. Pro Kopf und Jahr produziert jeder von uns mittlerweile weit mehr als 100 Kilo Verpackungsmüll. Eine Steigerung um fast 25 Prozent im Vergleich zu 2010. Paprika im Folienpack, Tomaten in der Plastikschale – wer heute im Supermarkt gesund einkaufen will, kommt um Umverpackungen kaum herum.
Klar, man könnte auf den Wochenmarkt gehen. Aber dort gehen die Umsätze gerade zurück. Am Gesamtmarkt für frische Lebensmittel haben die Stände laut GfK gerade noch einen Anteil von 1,1 Prozent. In Hamburg etwa haben gerade zwei Wochenmärkte für immer geschlossen, mangels Marktbeschicker, die gegen die Konkurrenz durch die Discounter nicht mehr ankommen.
Die Beispiele beweisen: ÖKO-TEST ist heute genauso relevant wie vor 40 Jahren. Und ÖKO-TEST ist längst eine anerkannte Institution des Verbraucherschutzes. Heute zitieren alle großen Medien aus unseren Untersuchungen. Unsere Auflage steigt, auf aktuell fast 120.000 Hefte pro Monat. 2,15 Millionen Menschen nutzen monatlich unser Online-Angebot.
Nach dem Einkauf ist der Berg an Verpackungsmüll oft größer, als einem lieb ist. Dabei lässt sich mit einfachen Tricks viel Müll einsparen. Hier sind sieben effektive Maßnahmen.
Unser Versprechen:
Wir kämpfen weiter für wissenschaftlich fundierten Verbraucherschutz. Wir setzen uns weiter für eine gesündere Umwelt ein.
Heute wissen wir:
Wir sind an der Spitze einer Bewegung. Damals genau wie heute. Und wir sind schon gespannt, wie wohl der Müsli-Trend in 40 Jahren aussieht. Vielleicht gibt’s dann ja Mond- oder Mars-Müsli. Mit den besten Zutaten für den All-tag.
Weiterlesen auf oekotest.de: