2030 soll jeder der 19.000 SAP-Dienstwagen elektrisch sein
SAP plant eine emissionsfreie Flotte bis 2030. Die Umstellung stockt, weil günstige E-Autos für Familien fehlen – auch Tesla ist keine Option mehr. Der Beitrag 2030 soll jeder der 19.000 SAP-Dienstwagen elektrisch sein erschien zuerst auf Elektroauto-News.net.

In Deutschland wird ein großer Teil aller Neuwagen, etwa zwei Drittel, als Dienstwagen zugelassen. Das macht Unternehmen zu einem wichtigen Hebel auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität. Viele Firmen haben sich vorgenommen, ihre Flotten auf Elektroautos umzustellen. Doch der Erfolg hängt nicht nur von der Technik ab – entscheidend ist auch, ob die Angestellten unterwegs und am Arbeitsplatz laden können. Steffen Krautwasser, Fuhrparkverantwortlicher beim Softwarekonzern SAP, stellt gegenüber dem Handelsblatt fest, dass viele Herausforderungen heute kleiner wirken als noch vor wenigen Jahren.
SAP verfolgt demnach ein klares Ziel: Ab dem Jahr 2026 sollen nur noch emissionsfreie Dienstwagen angeschafft werden. Bis 2030 will das Unternehmen seine gesamte Flotte auf Elektroautos umstellen. In Deutschland fahren derzeit rund 19.000 SAP-Dienstwagen, davon etwa 5000 mit rein elektrischem Antrieb. Im November 2021 war noch die Rede von 27.000 Firmenfahrzeugen, die auf emissionsfreie Autos umgestellt werden sollten. Ferner wollte man bereits ab diesme Jahr einen Bestellstopp für Verbrenner verhängen.
Dies verzögert sich sicherlich dadurch, dass laut Krautwasser preiswerte und familientaugliche Angebote im Sortiment vieler Hersteller fehlen. Besonders schwierig bleibt es, eine durchgängig passende Auswahl in allen Klassen zu finden. Die Marke Tesla kommt bei SAP nicht zum Einsatz – weniger aus politischen Gründen, sondern wegen der unsicheren Preisgestaltung und des unzureichenden Werkstattnetzes. Das macht die Kalkulation von Restwerten schwierig. Die letzten Tesla-Stromer habe man im Februar 2024 ausgeflottet.
Skeptiker verweisen häufig auf die Reichweite von E-Autos. Krautwasser sieht das gelassen. Die meisten Fahrer:innen im Unternehmen hätten gelernt, dass sie mit dem Elektroauto zuverlässig zu Terminen gelangen. Es habe sich gezeigt, dass die Alltagstauglichkeit inzwischen gegeben sei. Damit dieser Eindruck bleibt, arbeitet SAP daran, das Laden am Arbeitsplatz zu vereinfachen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist deshalb ein zentrales Thema. Denn wer morgens vor einer defekten Säule steht, verliert schnell das Vertrauen in den Wandel. SAP hat daher die Betreuung der Ladepunkte an das Unternehmen Amperfied übergeben. Diese Tochterfirma von Heidelberg kümmert sich um Service, Wartung und technische Betreuung der Stationen. Aktuell betreut Amperfied 1750 Ladepunkte an 14 SAP-Standorten in Deutschland und sitzt auch räumlich in nächster Nähe zum Walldorfer Unternehmen.
In den kommenden Jahren soll das Netz auf 3700 Ladepunkte anwachsen. Trotz dieser Verdopplung sinke das Verhältnis von Ladepunkt zu Auto. Derzeit liegt es bei einem Anschluss für drei Elektroautos. Langfristig soll eine Ladesäule für fünf Autos ausreichen. Das scheint zunächst wenig, doch der Bedarf fällt geringer aus als erwartet. Viele Mitarbeiter:innen arbeiten im Homeoffice, sind beim Kunden oder fahren nur kurze Strecken. In solchen Fällen reicht oft ein Ladevorgang pro Woche.
Das Aufladen am Arbeitsplatz ist für SAP auch aus Kostengründen attraktiv. Der Strompreis für Unternehmen liegt deutlich unter dem, was unterwegs oder zu Hause bezahlt werden müsste. Diesen Vorteil kommuniziert das Unternehmen offen gegenüber der Belegschaft. Insgesamt sei die Akzeptanz bereits hoch, so Krautwasser. Das Laden während der Arbeitszeit empfinden viele als praktisch. Während das Auto ungenutzt auf dem Parkplatz steht, füllt sich der Akku – ganz ohne zusätzlichen Aufwand.
Quelle: Handelsblatt – SAP plant emissionsfreie Dienstwagenflotte bis 2030
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