Zeitumstellung: Warum Sie nach der Zeitumstellung besonders vorsichtig Auto fahren sollten
Am Sonntag findet wieder eine Zeitumstellung statt. Für Menschen lästig, für Wildtiere oft tödlich. Warum der April und Mai für sie gefährlich sind.

Am Sonntag findet wieder eine Zeitumstellung statt. Für Menschen lästig, für Wildtiere oft tödlich. Warum der April und Mai für sie gefährlich sind.
Durch die Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr von einem auf den anderen Tag wieder in die Dämmerung – und damit genau in die "Rushhour" heimischer Wildtiere. Rehe, Füchse, Feldhasen, Waschbären und Marderhunde wechseln mehrmals am Tag ihre Aufenthaltsorte, sie wandern zwischen Schlafplatz, Futterstellen und "Wohnorten", also den Plätzen, wo sie sich tagsüber am liebsten aufhalten.
Im Frühjahr steigt ihr Energiebedarf. Die Tiere sind morgens besonders aktiv auf der Suche nach Futter. Gerade bei den Rehböcken spielen die Hormone verrückt. Sie verteidigen im Frühjahr ihr Revier gegen Konkurrenten, besonders junge Böcke werden vertrieben und müssen sich eine neue Bleibe suchen. Auch viel befahrene Straßen scheuen sie nicht.
Zeitumstellung: Autofahrer unterwegs in der "Rush-Hour" der Tiere
Das Zeitfenster, das die Wildtiere für ihre Aktivitäten nutzen, ist relativ eng und unabhängig von den Arbeitszeiten der Menschen. Da Pendlerinnen und Pendler nach der Zeitumstellung eine Stunde früher zur Arbeit fahren, kommen sich Tiere und Autofahrer viel häufiger in die Quere, vor allem auf Bundes- und Landstraßen.
Jeder dritte übers Jahr gemeldete Unfall mit einem Reh passiert in den Monaten April und Mai, so eine Auswertung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) für die Jahren 2018-2023.
Um das zu verhindern, raten Jäger und Behörden den Autofahrern, besonders aufmerksam am Steuer zu sein, vor allem in ländlichen Gebieten. Steht ein Reh am Straßenrand, sollte man abblenden, hupen und abbremsen. Die Tiere sind extrem lichtempfindlich und werden durch helles Scheinwerferlicht orientierungslos. Durch das Hupen ziehen sie sich zurück. Achtung: Wo ein Tier steht, befinden sich meistens noch weitere.
Sollte es zu einem Unfall kommen, sollte man folgende Tipps beachten:
- Sichern Sie die Unfallstelle ab. (Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen.)
- Benachrichtigen Sie die Polizei, auch wenn das Tier nach dem Unfall in den Wald flüchtet. Die Polizei meldet den Unfall der Försterin oder dem Jagdpächter, damit die Tiere nicht unnötig leiden müssen.
- Fassen Sie verletzte oder tote Tiere nicht an. Um die Bergung kümmern sich Förster und Jagdpächterin.
- Dokumentieren Sie den Unfall für die Versicherung.
- Lassen Sie sich den Unfall von Polizei, Förster oder Jagdpächter bescheinigen.
- Informieren Sie Ihre Versicherung.