Offiziere der Revolutionsgarde unterschlagen 21 Millionen Dollar in Krypto
Im Iran hatte die Revolutionsgarde vor einigen Jahren einen Krypto-Unternehmer verhaftet. Nun zeigt sich, dass einige Offiziere der Garde die Gunst der Stunde genutzt haben, um sich selbst zu bereichern.

Im Iran hatte die Revolutionsgarde vor einigen Jahren einen Krypto-Unternehmer verhaftet. Nun zeigt sich, dass einige Offiziere der Garde die Gunst der Stunde genutzt haben, um sich selbst zu bereichern.
Wie in allen Autokratien gilt im Iran, dass die Regierenden wenig Skrupel haben, das zu verwenden, was sie dem Volk verbieten. Eigentlich sind Bitcoin und andere Kryptowährungen im Iran bestenfalls teil-legal, eventuell geduldet als Wertspeicher, jedoch verboten als Zahlungsmittel.
Sina Estavi, CEO der Börse Cryptoland, wurde 2021 wegen des merkwürdigen Vergehens verhaftet, „das ökonomische System zu stören“, nachdem Crypoland pleite oder aus anderen Gründen offline ging. Ihm wurde vorgeworfen, Dokumente gefälscht und nicht-existierende Güter verkauft und damit seine Kunden um rund 20 Millionen Dollar betrogen zu haben. Maßgeblich dafür waren vermutlich die BRG-Token, die er für Bridge.ai, einen Oracle-Service für Tron und BNB, herausgegeben hatte.
Diese Token sowie andere tendenziell fragwürdige Geschäfte hatten Sina wohl so reich gemacht, dass er es sich leisten konnte, im Frühjahr 2021 für 2,5 Millionen Dollar ein NFT zu kaufen, das den ersten Tweet von Jack Dorsey repräsentierte. Doch schon kurz darauf wurde er zu 15 Jahren im Gefängnis sowie 75 Peitschenhieben verurteilt.
Sina konnte 2023 aus dem Iran nach Frankreich fliehen, wo er sich vermutlich weiterhin aufhält. Die RevolutionswäIran: chter haben von ihm jedoch Kryptowährungen im Wert von 21 Millionen Dollar konfisziert: sechs Millionen BRG-Token.
Geleakte Dokumente enthüllen nun, wie es mit den konfiszierten BRG-Token weiterging. Die sechs Millionen Token wanderten von Sinas Wallet auf das von zwei Beamten der Revolutionsgarde, Mehdi Hajipour und Mehdi Badi. Diese haben sie offenbar kurz darauf verkauft, mehrere zehn Millionen Dollar eingenommen und dabei den Kurs des Tokens kollabieren lassen.

Der Kurs von BRG, was vermutlich das Token von Sina ist. Das Datum des Einbruchs würde passen. Quelle: Coinmarketcap.
Hajipour hatte aber nicht lange Freude an den illegal angeeigneten Geldern. Denn die Spionageabwehr der Revolutionsgarde kam ihm auf die Schliche und verhaftete ihn im März 2022. Er hatte kurz zuvor versucht, Estavi um weitere 10.000 Dollar zu erleichtern, indem er vorgab, dieser könne die gestohlenen Token günstig zurückkaufen. Um den Betrug durchzuführen, hatte Hajipour einen Ausweis gefälscht. Bei der Übergabe der Zahlung flog er auf und wurde in eine spezielle Einrichtung der Revolutionsgarde überführt. Sein Vermögen war von 40.000 Dollar vor der Verhaftung von Sani auf fast 2,5 Millionen Dollar vier Monate später gestiegen; er hatte hohe Summen für Immobilien, Gold und Luxusautos ausgegeben.
Neben Hajipour und Badi waren noch mindestens zwei weitere Beamte in den Fall verwickelt, die halfen, die Token zu waschen und Transaktionen mithilfe gefälschter Dokumente zu legitimieren. Die Verschwörung reichte womöglich bis hin zu Ali Akbar Hosseine Mehrab, den ehemaligen Direkor der Anti-Korruptionsabteilung der Revolutionsgarde.