Schlaf: Warum finde ich keinen Schlaf, obwohl ich todmüde bin?

Das fragen sich alle Menschen, die häufig abends erschöpft ins Bett gehen  – nur, um sich dort stundenlang hin- und herzuwälzen. Warum die Antwort im Gehirn zu finden ist 

Apr 3, 2025 - 17:30
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Schlaf: Warum finde ich keinen Schlaf, obwohl ich todmüde bin?

Das fragen sich alle Menschen, die häufig abends erschöpft ins Bett gehen  – nur, um sich dort stundenlang hin- und herzuwälzen. Warum die Antwort im Gehirn zu finden ist 

Einschlafen, also der Übergang vom Wachsein in den Schlafzustand  ist ein dynamischer Prozeß, bei dem vor allem das Gehirn eine Rolle spielt. 

Nach einem langen anstrengendem Tag werden die Hirnaktivitäten langsam heruntergefahren, wir nehmen Informationen nicht mehr so stark wahr, das Gehirn sendet Signale an die Muskeln, so dass sie sich entspannen. Das Hormon Melatonin, das in einem Teil des Zwischenhirns, der Zirbeldrüse, produziert wird, informiert den Körper bei Dunkelheit darüber, dass er zur Ruhe kommen und seinen Energieverbrauche reduzieren kann. 

Schlaf finden beginnt im Gehirn

Die am Einschlafen beteiligten Hirnareale schalten allerdings nicht gleichzeitig auf „null“, sondern in unterschiedlichen Rhythmen. Das kann ein Grund dafür sein, warum man sich todmüde fühlt, die Gedanken aber noch aktiv sind und einen nicht einschlafen lassen.

Der Übergang in den Schlafzustand ist eine natürliche, biologische Funktion. Warum diese Fähigkeit ein- und durchzuschlafen vorübergehend oder sogar chronisch gestört sein kann und welche Mechanismen genau dazu führen, ist nur zum Teil bekannt. 

Sicher ist, dass körperliche Faktoren wie beispielsweise die hormonelle Umstellungen in der Pubertät oder in der Menopause das Einschlafen beeinträchtigen können. 

Aber auch seelische Faktoren spielen eine Rolle: Ängste, Aufregung, Stress oder seelische Belastungen, die mit Krankheiten einhergehen, können die Fähigkeit einzuschlafen einschränken. 

Hinzu kommen äußere Faktoren, die das Einschlafen nachweislich erschweren wie Lärm, Helligkeit, Hitze und Kälte. Die meisten von ihnen lassen sich jedoch zum Glück mit relativ einfachen Mitteln regulieren. 

Auch schlaffördernde Gewohnheiten wie der Verzicht auf Nahrungsmittel wie Koffein oder Teein lassen sich schnell antrainieren. Beide Genussmittel verhindern bei vielen Menschen, dass der Körper zur Ruhe kommt.

Menschen, mit Schlafstörungen, sind häufig müde und neigen dazu, nach einer schlechten Nach früher ins Bett zu gehen, um den verpassten Schlaf „nachzuholen“.  Das funktioniert leider nicht und kann sogar zum Gegenteil führen – man schläft noch weniger und schlechter.

Experten empfehlen eher, die Liegezeiten im Bett zu verkürzen. Wer beispielsweise regelmäßig um 22.30 Uhr ins Bett geht und länger als eine halbe Stunde wach liegt, bevor er einschläft, sollte sich eher um 23.30 hinlegen.