Serientipp: „Severance“ – Ein spiritueller Trip durch Bewusstsein und Kontrolle

Die Apple TV-Serie Severance ist weit mehr als nur ein Sci-Fi-Thriller. Sie ist eine tiefgründige, symbolische Auseinandersetzung mit Themen wie Bewusstsein, Kontrolle und der Suche nach Wahrheit. Mit esoterischer Bildsprache, versteckter Numerologie und philosophischen Untertönen wirft die Serie Fragen auf, die uns auch im echten Leben beschäftigen: Wer sind wir wirklich? Und wie brechen wir aus den Routinen aus, die... Weiterlesen

Mär 13, 2025 - 16:16
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Serientipp: „Severance“ – Ein spiritueller Trip durch Bewusstsein und Kontrolle

Severance Bewusstsein

Die Apple TV-Serie Severance ist weit mehr als nur ein Sci-Fi-Thriller. Sie ist eine tiefgründige, symbolische Auseinandersetzung mit Themen wie Bewusstsein, Kontrolle und der Suche nach Wahrheit. Mit esoterischer Bildsprache, versteckter Numerologie und philosophischen Untertönen wirft die Serie Fragen auf, die uns auch im echten Leben beschäftigen: Wer sind wir wirklich? Und wie brechen wir aus den Routinen aus, die uns gefangen halten?

Die Spaltung des Selbst: Zwei Welten, ein Ich

In Severance geht es um die Angestellten der Firma Lumon, die sich einem Verfahren unterziehen, das ihr Bewusstsein spaltet: Eine Version von ihnen existiert nur bei der Arbeit, die andere nur außerhalb des Büros. Im Büro haben sie keine Erinnerung an ihr Privatleben, und sobald sie gehen, verschwindet der Arbeitstag aus ihrem Gedächtnis. Diese radikale Trennung spiegelt eine uralte spirituelle Idee wider: dass das Bewusstsein dual ist. Viele spirituelle Traditionen lehren, dass wir gleichzeitig in zwei Welten leben – der äußeren, materiellen und der inneren, spirituellen. Severance nimmt dieses Konzept und macht es buchstäblich: Zwei Identitäten, gefangen in ihren eigenen Realitäten, völlig getrennt voneinander.

Die Matrix und der Demiurg: Illusion vs. Wahrheit

Die Serie spielt auch mit der Theorie, dass wir in einer Art Matrix leben – einer simulierten Welt, die sich real anfühlt, es aber nicht ist. Laut dieser Idee liegt die wahre Realität jenseits dessen, was wir wahrnehmen können und der einzige Weg dorthin führt über spirituelles Erwachen. Dies ist kein neues Konzept: Schon die gnostischen Lehren beschrieben die materielle Welt als ein Gefängnis, geschaffen von einem falschen Gott, dem Demiurgen, um Seelen in Unwissenheit zu halten. In Severance übernimmt Lumon die Rolle des Demiurgen. Die Firma kontrolliert die Gedanken ihrer Angestellten, diktiert ihre Realität und beraubt sie ihrer Freiheit. Die Charaktere, die versuchen, auszubrechen, sind wie gnostische Wahrheitssucher, die erkennen, dass sie in einer Illusion gefangen sind.

Samsara und die Endlosschleife des Bürolebens

Severance greift auch buddhistische Ideen auf, insbesondere das Konzept von Samsaradem endlosen Kreislauf der Wiedergeburt, in dem Wesen gefangen sind, ohne ihre wahre Natur zu erkennen. In dieser Sichtweise ist das Leben voller Leiden, und der einzige Ausweg ist die Erleuchtung. Die Arbeitsversionen der Lumon-Angestellten sind wie Seelen, die in diesem Kreislauf gefangen sind: Sie wiederholen immer wieder die gleichen Routinen, ohne zu hinterfragen, bis sie beginnen, ihre Realität in Frage zu stellen. Also wie jeder Festangestellte, der oft mehr als 40 Jahre seines Lebens einfach sinnlos wegschmeisst.

Das Labyrinth der Seele: Suche nach Bedeutung

Lumon selbst fühlt sich wie ein Labyrinth an – nicht nur physisch, sondern auch spirituell. In der Mythologie steht das Labyrinth oft für Verwirrung, Illusion und den Kampf, die Wahrheit zu finden. Es ist ein Test für die Seele, eine Reise zur Selbsterkenntnis und Freiheit. In Severance wandern die Arbeiter durch die sterilen Gänge, erledigen kryptische Aufgaben, ohne zu wissen, warum – wie verlorene Seelen auf der Suche nach Sinn.

Erwachen: Vom Dunkel ins Licht

Viele mystische Traditionen lehren, dass Erleuchtung damit beginnt, zu erkennen, dass man gefangen ist. In Severance geschieht dies, wenn die Arbeiter anfangen zu ahnen, dass es mehr gibt als das, was Lumon ihnen zeigt. Dies erinnert stark an Platons Höhlengleichnis: Zuerst akzeptieren sie ihre begrenzte Welt als die einzige Realität, aber sobald sie einen Blick auf etwas Jenseitiges erhaschen, können sie nicht anders, als zu fliehen.

Severance x Bewusstsein – Sinnlose Arbeit und die Suche nach dem Warum

Die Arbeit bei Lumon ist völlig sinnlos: Die Angestellten tippen den ganzen Tag Zahlen in einen Computer, ohne zu wissen, warum oder wozu. Sie haben keine Vergangenheit, keine klare Zukunft, nur einen endlosen Kreislauf von Routine. Dies spiegelt unser eigenes Leben wider: Wie oft gehen wir (also: ihr) durch tägliche Routinen, ohne zu fragen, was der eigentliche Sinn dahinter ist? Irgendwann treibt diese Leere die Charaktere dazu, gegen das System zu rebellieren und nach einer tieferen Bedeutung zu suchen.

Alchemie der Seele: Vom Chaos zur Ganzheit

Die Reise der Charaktere in Severance ähnelt den drei Stufen der alchemistischen Transformation:

  • Nigredo (Dunkelheit und Zerfall): Die Arbeiter existieren in einem Zustand der Unwissenheit, völlig kontrolliert vom System.
  • Albedo (Bewusstsein und Reinigung): Sie beginnen, Fragen zu stellen und die Risse in ihrer Realität zu bemerken.
  • Rubedo (Integration und Wiedergeburt): Sie erkennen, wer sie wirklich sind und versuchen, die Teile ihres zerrissenen Selbst wieder zusammenzufügen.

Fazit: Der Weg zur Freiheit

Severance ist mehr als nur eine Serie – sie ist eine Einladung, unsere eigenen Leben zu hinterfragen. Sie ist genau wie „Matrix“ eher eine Doku als ein Film/eine Serie. Sie erinnert uns daran, aus den unbewussten Mustern auszubrechen, die uns gefangen halten. Wahre Freiheit bedeutet nicht, einen Job oder eine Routine zu verlassen, sondern das große Ganze zu sehen, zu verstehen, wer wir wirklich sind und einen tieferen Sinn zu finden. Nur dann können wir wirklich frei sein und Harmonie in uns selbst finden.

„Severance“ — Ein spiritueller Trip durch Bewusstsein und Kontrolle // Official Trailer: